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Mi, 20. Februar 2002, 22:41

Gesellschaft::Politik/Recht

MPEG-4 Streams bald lizenzpflichtig

EuroLinux erfuhr auf Anfrage, daß die MPEG-Assoziation plant, eine Lizenzgebühr auf alle MPEG-4 Videoströme zu erheben.

Das MPEG-4-Format, das Videoströme mit hoher Kompressionsrate ermöglicht, wird durch die Patente der an der Gruppe »MPEG LA« beteiligten Konzerne vollständig kontrolliert. In MPEG LA sind unter anderem Canon, Fujitsu, General Instrument, GE Technology Development, Hitachi, KDDI, Matsushita, Mitsubishi, NTT, Philips, Samsung, Sanyo, Scientific Atlanta, Sony, Toshiba und Victor Japan vertreten.

MPEG LA will jede Verwendung von MPEG-4 mit Lizenzgebühren belegen und versucht laut EuroLinux, Innovationen im Feld der Video Software-Technologie, die von unabhängiger Seite entwickelt werden, zu blockieren. Pro Stunde MPEG-4 sollen 2 US-Cent fällig werden. Das wäre mehr, als die meisten Filmautoren an Lizenzgebühren erhalten.

"Patente auf Internet-Standards haben keinen ökonomischen Sinn, da der Wert eines Standards von der Anzahl seiner Benutzer abhängt", wird Bernard Lang, Forschungsleiter bei INRIA, zitiert. "Außerdem sind Internet-Standards in der Entwicklung extrem billig. Firmen-Mitglieder von EuroLinux haben eine innovative fraktal-basierte digitale Video-Software in unter drei Monaten entwickelt."

Obwohl alle Studien zeigen, daß Software-Patente die Innovation behindern, hat die Europäische Kommission heute einen Entwurf verabschiedet, der solche Patente ermöglicht. Dabei soll es aber unmöglich sein, triviale Erfindungen wie in den USA zu patentieren. Dennoch ist der Entwurf sehr umstritten. Doch da es nur ein Entwurf ist, ist das letzte Wort noch nicht gesprochen.

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