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Mi, 27. Februar 2002, 08:44

Software::Distributionen::BSD

Jordan Hubbard über die BSD Port Collection

Jordan K Hubbard, Gründer und Leiter des FreeBSD-Projekts, erläuterte in einer EMail die Hintergründe der Port Collection und plädiert für ein Paketsystem der zweiten Generation.

Die FreeBSD Port Collection war ein schneller, aber brillanter Hack, dessen Kern zwei Makefiles bildeten. Jordan Hubbard schrieb dieses System 1994, als es für FreeBSD benötigt wurde. Die Port Collection ist eine Sammlung von Softwarepaketen, die außerhalb des FreeBSD-Projekts entwickelt werden. Trotz diverser Verbesserungen blieb die Port Collection im Prinzip auf dem primitiven anfänglichen Stand. Doch das System skalierte außerordentlich gut bis zum heutigen Stand von über 6700 Paketen. Aus der FreeBSD-Collection entwickelten sich die entsprechenden Systeme von NetBSD, OpenBSD und OpenPackages.

Auch die Paketverwaltung »pkg_install« von FreeBSD schrieb Hubbard in dieser Zeit. RPM existierte zwar bereits, doch es war bei weitem nicht das, was es heute ist. Andere Alternativen standen nicht zur Verfügung. Auch dieses System funktionierte sehr gut, doch im Rückblick denkt Hubbard, daß man vieles hätte besser machen können.

Bei Apple, wo Hubbard derzeit beschäftigt ist, ist man zu der Ansicht gekommen, daß keines der existierenden Systeme optimal ist. Nun, da sich weder Mac OS X noch Darwin auf ein System endgültig festgelegt haben, ist es an der Zeit, etwas Besseres und Zukunftssicheres zu entwickeln.

Hubbard führt fünf Punkte an, die eine neue Port Collection verbessern könnte:

  1. Derzeit steckt alle Paketinformation in einem Makefile. Künftig sollte diese als XML-Datei vorliegen.
  2. Makefiles sollten nicht mehr zwingender Bestandteil des Prozesses sein. Ein neues Tool sollte die Aufgaben von make übernehmen, wobei es möglich wäre, daß make weiterhin im Hintergrund zum Einsatz kommt, oder etwas ganz anderes.
  3. Für schnelle Suche und Prüfung von Abhängigkeiten sollte die Ports Collection als eine Art Datenbank angesehen werden.
  4. Paket-Metadaten und Regeln zum Erstellen von Paketen sollten abstrakt sein, so daß man aus den gleichen Quellen BSD-Pakete, RPMs, Apple BOMs usw. ohne großen Aufwand erstellen kann.
  5. Die Implementierung sollte beliebige Frontends für die Ports Collection zulassen.

Dies seien nur fünf Punkte, die ihm gerade in den Sinn kamen, schreibt Hubbard. Es gebe sicher noch viele weitere Ansatzpunkte. Hubbard selbst ist bereit, einen Teil seiner Zeit in das neue System zu investieren. Falls sich genügend Mitstreiter finden, dürfte dieses bald Gestalt annehmen.

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