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Mi, 27. Februar 2002, 22:16

Software::Kernel

Kerneltrap.org: Interview mit Rik van Riel

Die Seite Kerneltrap.org führte ein ausführliches Interview mit Rik van Riel, einem der führenden Experten für virtuelle Speicherverwaltung (VM) im Linux-Kernel.

Die wichtigsten Punkte des langen Interviews sollen hier kurzgefaßt wiedergegeben werden.

Rik van Riel wurde 1978 in Holland geboren und verbrachte den größten Teil seines bisherigen Lebens auf dem elterlichen Bauernhof. Vor zwei Jahren bot ihm Conectiva, der größte Linux-Distributor in Brasilien, einen Job als Kernel-Hacker an. Seither lebt und arbeitet van Riel in Curituba im Süden von Brasilien. Dort hackt er nicht nur den Kernel, sondern gibt auch technischen Support für Kunden, notfalls auch beim Kunden vor Ort. Außerdem gründete er die Webseite kernenewbies und mehrere andere und betreut diese auch weiterhin. Im IRC-Kanal #kernelnewbies ist er fast ständig anzutreffen und beantwortet dort zahlreiche Fragen. Meist sind in diesem Kanal 200-300 Leute anzutreffen.

Naturgemäß drehen sich viele Fragen um seine VM-Implementation und um die seines Konkurrenten Andrea Arcangeli. Der Unterschied zwischen beiden ist laut van Riel, daß Arcangeli die VM des Kernels 2.3.x bis zum maximal Möglichen frisiert, während seine Implementation neu ist, noch viele Punkte zu optimieren hat und wahrscheinlich noch ein paar neue Features bekommen wird. Linus Torvalds hat anscheinend Interesse, diese VM in Kernel 2.5 einzubauen. Die sog. rmap-VM gibt es auch für Kernel 2.4 und ist kompatibel mit Ingo Molnars Scheduler-Patch und Robert Loves »preemptible kernel«-Patch.

van Riel hat natürlich auch schon Bitkeeper ausprobiert. Seiner Meinung nach ist es ein Tool, das dem Entwickler wirklich Arbeit abnimmt, im Gegensatz zu CVS.

Kernel 2.4 ist seiner Meinung nach jetzt sehr stabil. Es gibt noch den einen oder anderen Fehler wie in jedem ausreichend komplexen Software-System, aber nichts Gravierendes. Auch der eine oder andere Treiber wird noch Probleme machen, was bei Hunderten von Treibern aber nicht ausbleiben kann.

Privat hört van Riel gern Kurzwellenradio, hängt im IRC ab und kocht und ißt gern. Für November oder Dezember plant er die Hochzeit mit seiner Verlobten. Natürlich in Brasilien, wo im diese Zeit Frühsommer ist, und dessen Küche ihm zufolge zu den besten der Welt zählen soll.

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