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Fr, 22. März 2002, 09:23

Gemeinschaft

Interview mit Marcelo Tosatti

Für IBM DeveloperWorks führte Robert McMillan ein Interview mit Marcelo Tosatti, dem Verwalter der Linux 2.4 Kernelreihe.

Es beginnt mit der Beseitigung des Gerüchts, daß er nach der Bekanntgabe, daß er den Kernel übernehmen werde, von 700 Journalisten um Interviews gebeten worden sei. Es waren "nur" um die 30.

Die Entscheidung von Linus Torvalds und Alan Cox, Tosatti mit der Koordination des stabilen Linux-Kernels zu betrauen, war für viele eine Überraschung. Auch deshalb, weil Tosatti erst 18 Jahre alt ist. Doch er begann bereits mit 13 für einen Internet-Provider zu arbeiten, wo er Linux kennenlernte. Mit 14 begann er dann bei dem brasilianischen Linux-Distributor Conectiva zu arbeiten.

Tosatti nahm die Ernennung zum Kernel-Koordinator ohne zu zögern an und ist glücklich mit dieser Entscheidung. Es sei ein harter Job, sagt er. Besonders die vielen Fehlerberichte zu lesen, die oft nicht genug Informationen enthalten, um den Fehlern auf den Grund zu gehen. Solche Reports wirft er aber nicht weg, sondern fragt nach genaueren Informationen.

Anders als Linus versucht er auch jeden Patch zu lesen und zu beantworten. In manchen Fällen schreibt er auch die Autoren von bestimmten Teilen des Kernels direkt an und wartet mit der Veröffentlichung von Kernels, bis er einen Patch für ein bestimmtes Problem erhalten hat.

Zur Frage, ob er wie Linus zwischen Kernel 2.4.9 und 2.4.10 das komplette VM-Subsystem ausgetauscht hätte, ist seine Antwort ein klares Nein. Er meint, bei Linus würden zuviele Entscheidungen von seiner Laune abhängen, und er habe nicht genug Zeit, über bestimmte Dinge nachzudenken.

Die Politik geht heutzutage auch an den Kernel-Entwicklern nicht spurlos vorüber, gerade wenn es um den DMCA oder oder Patente geht. Tosattis ist interessiert an diesen Dingen, hat aber wenig Zeit, sie zu verfolgen. Anders als Alan Cox ist er der Ansicht, daß solche Dinge aus dem Kernel herausgehalten werden sollten. Sie sollten nicht dazu führen, daß die Kernel-Entwicklung verlangsamt wird.

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