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Do, 2. Mai 2002, 09:18

Software::Distributionen

Rettet die Privatkopie!

Gegen einen Gesetzentwurf der deutschen Bundesregierung, der Kopien zum privaten Gebrauch in bestimmten Fällen unmöglich machen könnte, wendet sich eine neue Online-Initiative.

Wer sich heute ein Buch ausleiht oder ein paar Stellen daraus kopiert, muss dafür nicht erst den Urheber oder den Verlag um Erlaubnis bitten. Wer im Radio ein Musikstück für den privaten Gebrauch auf Kassette mitschneidet, braucht dafür keine gesonderte Genehmigung. Einen Ausgleich für die Kreativen und ihre Vermarktungs- und Vertriebsinstanzen schaffen die Gebühren, mit denen der Gesetzgeber Leer-, Speicher- und Kopiermedien und dafür benötigte Geräte wie Kopierer oder Scanner belegt hat. Auch für eine CD sollte es möglich sein, weiterhin Kopien für private Zwecke zu erstellen. Wer z.B. eine CD gekauft hat, will vielleicht eine Kopie fürs Auto oder Schlafzimmer, ohne sich die CD nochmals zu kaufen.

Zwar sieht der Gesetzentwurf die Erlaubnis zum Vervielfältigen für den privaten Gebrauch auch für digitale Medienformate vor, doch wird gleichzeitig die Umgehung von Kopierschutzmechanismen illegal gemacht. Und ein Anspruch zur Durchsetzung des Rechts auf die Privatkopie fehlt.

Die Urheber der Petition sehen darin zahlreiche Gefahren. »Die demokratische Informationsgesellschaft braucht ein modernes Urheberrecht, das die Teilhabe am kulturellen Leben sowie die Informations- und Meinungsfreiheit garantiert«, schreiben sie. Ein rücksichtsloser maximaler Schutz der Interessen der Verwertungsindustrie, wie es der Gesetzentwurf betreibt, schade dem Wissensstandort Deutschland. Alle Interessierten können eine Petition unterzeichnen, die an Bundeskanzler Schröder und Bundesjustizministerin Däubler-Gmelin gerichtet ist. (Dank an Christian Brüske und Stefan Kloe für die Hinweise.)

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