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Mi, 12. Juni 2002, 21:34

Linux Light & Magic

Star Wars, Episode II: Attack of the Clones stellt nicht nur den ersten vollständig digital aufgenommen Film, sondern ebenso Industrial Light & Magics ersten Film, der komplett unter Linux modelliert und gerendert worden ist, dar.

Die in San Rafael, California, ansässige Firma Industrial Light & Magic (ILM) ist ein Synonym für grandiose Effekte. Der neueste Streich der Amerikaner, Star Wars Episode II, fand sowohl beim Publikum als auch bei Branchen-Kennern großen Zuspruch, wurde er doch vollständig digital aufgenommen und bearbeitet. Weniger bekannt ist dagegen, dass der letzte Teil der Star Wars-Saga auch vollständig unter Linux modelliert und gerendert worden ist. Eine Migration erfolgte nach Aussagen des technischen Direktors von Episode II, Robert Weaver, sowohl auf der Server- als auch der Workstation-Seite. »90% aller Benutzer von Maya arbeiten unter Linux«, sagte Weaver. »Die Arbeit unter diesem System ist unglaublich stabil. Seit Monaten habe ich keinen Absturz des Systems gehabt«.

Die Migration auf Linux stellte sich für ILM nicht sonderlich leicht dar. Das Unternehmen nutzt eine Vielzahl an Anwendungen und Plug-Ins für Maya, die erst für das freie System portiert werden mussten. Nach Aussagen von Andy Hendrickson, Entwicklungsleiter bei ILM, profitiert das Unternehmen von einer Migration in jeder Hinsicht. Das neue System arbeitet nicht nur stabiler als die von ILM früher eingesetzte Software, sondern bietet eine gesteigerte Geschwindigkeit. Dabei liegt die Geschwindigkeitssteigerung nicht bei 20 oder 30 Prozent, sondern beträgt nach Informationen von Hendrickson das Fünffache.

Neben Alias/Wavefront (Maya) portierten auch andere Hersteller ihre High-End-Anwendungen auf das freie Betriebssystem. Den ersten Schritt machte Side Effects Software und veröffentlichte die preisgekrönte Software »Houdini« auch unter Linux. Alias/Wavefront zog nach und publizierte unter der Open-Source-Alternative zunächst die Server-Software von Maya und schlussendlich auch den Modeller. Auch Softimage folgte dem Trend und stellte die gleichlautende Applikation für Linux vor.

Professionelle Technik hat natürlich auch seinen Preis. Ein Programm kann unter Umständen in einer Vollversion den Preis eines Mittelklassewagens erreichen. Der Einsatz von Linux scheint sich aber gerade in dieser Branche rasant zu entwickeln. Hier spielt das freie Betriebssystem durch seine herausragende Netzwerkfunktionalität eine nicht zu unterschätzende Rolle. Der Preisliste-Vorteil, die sehr niedrigen Lizenzkosten und eine perfekte Netzwerkunterstützung ließen in der Vergangenheit immer mehr Animationsfirmen Linux in sogenannten »Renderfarmen« einsetzen. Dass sich aber ein so großes Unternehmen für Linux auf den Workstations entscheidet, ist dagegen neu.

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