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Mi, 3. Juli 2002, 16:28

Software::Distributionen::Mandriva

Warum MandrakeSoft United Linux nicht beitreten wird

»Linux ist nicht UNIX«, schreibt der französische Distributor MandrakeSoft und erklärt allen Benutzern, warum das Unternehmen sich der gemeinsamen Plattform United Linux nicht anschließen wird.

Jacques Le Marois, CEO von MandrakeSoft, stellte heute in einer FAQ seine Gründe vor, warum MandrakeSoft der United Linux Allianz nicht beitreten wird. Entgegen Befürchtungen vieler vertritt der Distributor die Meinung, dass eine Zersplitterung der Linux-Welt, wie es im UNIX-Lager passierte, nicht zu befürchten sei. Es existieren keine grundlegenden Inkompatibilitäten zwischen den Distributionen. Unterschiede, die jedes Produkt auszeichnen, sind eher kosmetischer Natur. Diese Unterschiede stellen Linux deshalb in ein anderes Licht, als es bei UNIX in den späten 70ern der Fall war.

Durch eine Einführung des linuxweiten Standards LSB (Linux Standard Base) besteht nicht der Bedarf nach einer standardisierten Grundplattform, wie United Linux sie schaffen will. Alle Produkte, die LSB-konform geschrieben worden sind, werden unter jedem LSB-System lauffähig sein. Der CEO von MandrakeSoft empfiehlt deshalb den Herstellern, sich bei der Programmierung von Applikationen an LSB zu halten. Vor allem Produzenten von Hardware sollten nach Meinung von Le Marois eine engere Kooperation mit entsprechenden Open-Source-Projekten anstreben. Anstatt proprietäre Treiber zu entwickeln, sollten die Hersteller ihre Lösungen der Öffentlichkeit zugänglich machen und Software an XFree86 oder das Kernel-Team übergeben. Ein klarer Seitenhieb auf die Politik eines gewissen Video-Chip-Herstellers.

Mandrake selbst würde durch einen Beitritt zu United Linux nichts gewinnen. Die Wirkungsbereiche seien bereits aufgeteilt worden und für Mandrake nicht viel übrig geblieben. Das Unternehmen befürchte, dass durch einen Beitritt das Gegenteil des Angestrebten auftreten könnte und Mandrake das eigene Ansehen schädigen würde. »MandrakeSoft betrachtet United Linux als simple Marktbereinigung - mehrere Konkurrenten verschmelzen ihre Produkte - also etwas ganz Normales in jedem Marktbereich«, schreibt Jacques Le Marois. »Wir wünschen den neu verbundenen Linux-Unternehmen viel Glück.«

UnitedLinux soll eine Basis-Plattform bilden, auf die alle anderen Distributoren aufbauen wollen. Bereits im zweiten Quartal dieses Jahres soll nach Wünschen der Initiatoren, Caldera, Conectiva, SuSE und Turbolinux, die erste Alpha-Version des Produktes verfügbar sein. Ende des Jahres soll es so weit sein - die ersten UnitedLinux-Versionen sollen in einem stabilen Release vorgestellt werden. Ende des Jahres 2003 soll die zweite Version von UnitedLinux dem Markt vorgestellt werden. (Danke an Wolfgang Bornath und Tobias Lichti für ihre Hinweise.)

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