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So, 14. Juli 2002, 16:57

Die 10 Unzulänglichkeiten von Linux

Adam Wiggins, Chief Software Architect bei TrustCommerce, veröffentlichte auf seiner Homepage zehn interessante Punkte die sich den größten Mängeln von Linux widmen.

Die von Wiggins aufgestellte Überlegungen beschäftigen sich nicht nur mit dem eigentlichen Kernel, dem Linux-System, sondern ebenfalls mit den darüber liegenden Schichten - Anwendungen, Servern und Daemonen.

Das erste Problem, welches Wiggins anspricht, stellt ein Fehlen eines Referenzbrowsers dar. Zwar existiere nach Aussage des Chief Software Architekten eine Vielzahl unter Linux verfügbarer Browser, keiner davon ist aber ohne Mängel. Konqueror sei ein sehr guter Browser, doch beinhalte die Anwendung noch etliche Bugs, die das Surfvergnügen stören. Mozilla, ausgereift und von kommerziellen Firmen unterstützt, lässt bei der Integration in bestehene Environments wie KDE oder GNOME noch Wünsche offen. Ein Standard-Browser ist im Moment unter Linux nicht vorhanden.

Die zweite Anmerkung von Wiggins betrifft einen Filesystem-Scan, der unter Linux nach Meinung des Chief Software Architekten nur unzureichend gelöst sei. Im schlimmsten Fall bleibt das System bei einem Check mit »Panic« stehen, ohne das der Benutzer die Möglichkeit hat, diesen manuell zu reparieren. Die Mechanismen wurden zwar mit der Einführung von journal Filesystemen verbessert, stellen aber immer noch ein Manko von Linux dar. Auch die Druckerkonfiguration, Kritikpunkt Numero drei, könnte und muss verbessert werden. Distributionspezifische Konfigurationstools stellen eine enorme Erleichterung für den User dar, sind aber im Vergleich zu anderen Systemen immer noch viel zu umständlich zu benutzen.

Eine weitere Schwäche der Linux-Distributionen ist das, was engagierte Benutzer eher als Stärken der Systeme empfinden - eine Vielzahl an Applikationen. Nicht selten verlieren, vor allem anfängliche Nutzer, den Überblick über Anwendungen. »Die meisten Linux-Distributionen kommen mit einer Vielzahl an Anwendungen, Entwicklungswerkzeugen und Unterstützung für alle Art phantastischer Sachen«, schreibt Wiggins. Keine der Anwendungen ist aber selbst erklärend, wenn KDE oder GNOME zum ersten Mal gestartet werden. Der fünfte Punkt ist technischer Natur und betrifft den Bildaufbau unter Linux, der nach Meinung von Wiggins nur unter MacOS X zufrieden stellend gelöst wurde. Auch der sechste Punkt betrifft das eigentliche System. Der Kill-Prozess unter Linux ist zwar sehr mächtig, für nichttechnische Benutzer aber viel zu umständlich. Viele Anfänger booten einfach das System neu, wenn Probleme mit Anwendungen auftreten, da sie nicht wissen, welche Dateien »gekillt« werden müssen.

Die siebte Auflistung beschäftigt sich mit »sharen« von Dateien. Die Lösungen wie NFS, unter Linux durchaus machbar, sind nach Meinung des Chief Software Architekten immer noch nicht perfekt und viel zu kompliziert. Eine einfachere Verteilung von Dateien würden Linux nicht schaden. Ferner stellt die Soundunterstützung unter Linux Grund zur Beanstandung dar. OSS ist in die Jahre gekommen und eine Ablösung durch Alsa die richtige Konsequenz. Nur so kann Linux noch einfacher werden.

Der vorletzte Punkt, den Wiggins anspricht ist ein sanfter Zeilenumbruch bei Editoren, der faktisch nicht vorhanden ist. Die Formatierung von Texten muss in jedem Editor verbessert werden. Die letzte Beanstandung betrifft den X-Server, der seine Auflösung nicht »on-the-fly« ändern kann. Diese Funktionalität stellt ein sehr wichtiges Kriterium für ein einfaches Arbeiten dar und sollte auf jeden Fall implementiert werden.

Die komplette Auflistung der von Adam Wiggins gestellten Beanstandungen, die keinesfalls als Flame zu verstehen sind, sondern durchaus viele konstruktive Vorschläge beinhalten, finden alle Interessenten auf Seite des Autors. (Danke an kapeka für seinen Hinweis)

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