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Mo, 22. Juli 2002, 23:28

Software::Spiele

Die Spieltheorie von Open Source

Ein schwedischer Rechtsexperte erläutert, warum Firmen niemals ihre proprietäre Software freigeben werden - es sei denn, konkurrierende Open-Source-Software oder der Gesetzgeber zwingt sie dazu.

Mikael Pawlo bemüht zur Erklärung zwei bekannte Beispiele aus der Spieltheorie: Das Gefangenen-Dilemma und die Tragödie der gemeinsamen Weidenutzung.

Die Spieltheorie ist ein Zweig der Mathematik, der untersucht, wie sich zwei oder mehr Spieler, die bestimmten Regeln folgen müssen, verhalten sollten, um ein optimales Ergebnis zu erzielen. Dabei gibt es oft die Möglichkeit, ein für den individuellen Spieler optimales Ergebnis zu erzielen (auf Kosten der anderen) oder ein für alle gemeinsam optimales Ergebnis zu erzielen. Beide Möglichkeiten stehen oft in Konflikt miteinander. Das global optimale Ergebnis kann nur erreicht werden, wenn jeder Mitspieler darauf verzichten, sein persönliches Optimum anzustreben. Doch dies ist mit einem Risiko verbunden: Wenn auch nur ein Spieler aus dem gemeinsamen Ziel ausschert, gewinnt er für sich das Optimum, und die anderen werden benachteiligt oder gehen leer aus.

Auf Open Source angewandt bedeutet das: Wenn zwei Firmen vergleichbare proprietäre Produkte entwickeln, z.B. Datenbanken, dann könnten sie Entwicklungskosten sparen, indem sie ihren Code öffnen. Doch das wird keine von beiden tun, aus Angst, daß der Konkurrent seinen Code geschlossen hält und sich aus dem offenen Code des anderen bedient.

Erst wenn ein weiterer Konkurrent hinzukommt, dessen Code offen und erfolgreich ist, könnte es für die Firmen sinnvoll sein, ihren Code ebenfalls zu öffnen. Wenn die Gesellschaft also Open Source für eine förderungswürdige Sache hält, kann sie dies entweder durch Förderung von Open-Source-Projekten tun, die mit proprietärer Software konkurrieren, oder durch den gesetzlichen Zwang, den proprietären Code zu öffnen.

Pawlo kritisiert auch Eric Raymond, der in seinem Essay »The Magic Cauldron« diese Beispiele auch verwendet hatte, aber nach Mainung von Pawlo fehlerhaft.

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