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Mi, 20. November 2002, 21:07

Gesellschaft::Wirtschaft

Deutsche Bank: Was uns wirtschaftlich nicht trägt, tötet die Idee

Nach Meinung des für die IT-Struktur der Deutschen Bank zuständigen Vorstands, Hermann-Josef Lamberti, stellt sich die Linux-Community reichlich ungeordnet dar.

So wies Lamberti am Rande der 10-Jahres-Feier von SuSE gegenüber ZDNet darauf hin, dass es aktuell eine Diskussion um Rechte an Linux gebe. Nach Aussagen von Lamberti haben einige Firmen, die Linux mit Code unterstützt haben und »Bestandteile zu dem Betriebssystem beigesteuert hätten« Ansprüche, die mit Eigentumsrechten verknüpft seien, an Linux gestellt. Nähere Auskünfte soll Lamberti nicht gegeben haben. Zwar räumt der Angestellte der Deutschen Bank ein, dass kein Land oder Hersteller das Betriebssystem für sich beanspruchen kann, doch gerade »die Anarchie, die eine reine Open-Source-Entwicklung mit sich bringe«, berge Gefahren in sich. Eine ungesteuerte Weiterentwicklung von Linux könne Linux in die Situation bringen, wichtige Zweige nicht oder nur ungenügend zu unterstützen und so die Anwender zu verprellen.

Aus diesem Grund auch fordert Lamberti, sich verstärkt Middleware-Lösungen zu widmen. So fordert der Manager die Distributoren und Entwickler auf, verstärkt Datenbanken und Prozesse über mehrere Prozessoren zu verteilen und die Cluster-Technik zu verbessern.

Trotz des Aufrufs und möglicher Bedenken scheint die Deutsche Bank verstärkt auf Linux zu setzen. Wie der Ticker berichtet, kommt Linux mittlerweile auch in unternehmenskritischen Applikationen des Unternehmens zum Einsatz. Das Kalkulationsprogramm konnte in nur drei Tagen von Solaris auf Linux portiert werden. Die Verteilung des Systems auf 40 Server nahm weniger als vier Stunden in Anspruch. Untersuchungen im eigenen Hause belegten, dass der Einsatz freier Software bei der Bank durchaus lohnenswert sei. »Benchmarks im eigenen Hause zeigten, dass etwa die Kombination Intel-Linux ein zehn-zu-ein besseres Preis-Leistungsverhältnis aufweise als Sun-Solaris-Variationen«, so ZDNet. »Zu diesem mit Linux möglichen Preis kann heute keiner der etablierten Hardware-Hersteller ein Unix anbieten«, so Lamberti. Diese Tatsache sollte auch große Hersteller dazu bewegen, sich von der Meinung zu trennen, dass Linux nur »der kleine Bruder von Unix« sei. (Danke an Michael Riess und Reiner Schischke für ihre Hinweise.)

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