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So, 24. November 2002, 22:19

Unternehmen

Berlin ist tot, lang lebe Fresco

Das Berlin-Projekt, das danach strebte, einen Ersatz für das Window-System X11 zu entwickeln, hat sich in Fresco umbenannt und den ersten Meilenstein M1 freigegeben.

Die Entwickler bezeichnen im Rückblick die jahrelange Arbeit an Berlin als »Reihe von falschen Anfängen«. Schließlich wurde man auf Fresco aufmerksam, ein GUI-System, das als Nachfolger von Interviews eine »bemerkenswert gut entworfene Architektur« aufzuweisen hatte. Das Fresco-Projekt war gestorben, doch der Code existierte noch, und Berlin integrierte den Code vollständig. Somit war es naheliegend, den Namen auf Fresco zu ändern. Dies wurde durch den Umstand erleichtert, daß die Marke »Fresco« erloschen und die Domain fresco.org frei war.

Fresco kann mittels verschiedener Methoden (u.a. GGI oder SDL-Bibliothek) eine grafische Umgebung auf der Konsole zur Verfügung stellen, aber auch in einem Fenster unter X11 laufen. Doch das Ziel des Projektes ist es, X11 zu ersetzen. Fresco besteht aus einem sehr kleinen Server, der mittels dynamisch geladener Module die gewünschten Funktionen bereitstellt. Window-Manager und Toolkit werden als Module in den Server integriert und sollen so zu einem konsistenten Aussehen aller Applikationen beitragen.

Fresco ist wie X11 netzwerktransparent, Applikationen können also auf anderen Rechnern laufen als der Server. Die Kommunikation der Komponenten läuft über CORBA.

Der Meilenstein M1, der auf download.fresco.org bereitsteht, beruht auf der letzten Berlin-Version 0.2.2, die im April 2001 erschien. Die Änderungen sind daher zahlreich. Zum einen wurde die Organisation des Codes geändert, die Dokumentation wurde verbessert und ein Bugtracker wurde hinzugefügt. Doch den Release Notes zufolge gab es auch etliche weitere Verbesserungen, so die Portierung auf mehr Plattformen, Verwendbarkeit von gcc 3.2, besseres Build-System, zahlreiche Korrekturen.

Zudem kamen neue Features hinzu. Die Konsolen-Schicht verwendet nicht mehr direkt den Framebuffer, sondern GGI. Die Anfänge von bidirektionaler Textausgabe sind gemacht. Ein PostScript Drawing-Kit erlaubt die Ausgabe beliebiger Grafik auf dem Bildschirm. X11-Programme können mit XGGI in einem Fenster unter Fresco laufen. Ausführlichere Angaben findet man in den Release-Notes.

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