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Do, 12. Dezember 2002, 22:40

Unternehmen

Und Microsoft mag Linux nicht - oder doch?

In einer eiligen Presseerklärung hat die deutsche Niederlassung von Microsoft Gerüchte dementiert, wonach man in das Linux-Segment einsteigen wird - währenddessen scheint eine mögliche Unterstützung des freien Betriebssystems auch andere Blätter zu interessieren.

Wie bereits berichtet, hatten die Marktforscher der Meta Group vorausgesagt, dass Microsoft aus rein wirtschaftlichen Gründen Ende 2004 Linux-Software verkaufen werde. Nun äußert auch die deutsche Niederlassung sich zu diesem Thema und verkündet, dass »Windows seinen Kunden einen höheren Einsatzwert bietet und langfristig niedrigere Betriebskosten als jedes andere Betriebssystem« habe. Klar ausgedrückt, werde »Microsoft keine Serversoftware speziell für Linux herstellen«.

Interessant scheint dabei die Aussage zu sein, dass »speziell für Linux« keine Serversoftware geschrieben wird. Dies würde nicht ausdrücklich ausschließen, dass Microsoft Software für Windows und Linux anbieten will und wird. Schließlich ist eine Anwendung für beide Systeme nicht speziell für Linux geschrieben. Alle Türen bleiben also noch offen, vor allem, wenn in der Chefetage ein früherer Verfechter von Open Source sitzt.

Dem durchaus interessanten Thema hat auch Spiegel Online einen Artikel gewidmet. Unter dem Titel »Baut Bill ein Microlinux?« berichtet die Seite über eine mögliche Gefahr, die dem Microsoft-Lager aus der Linux-Ecke droht. »Nach wie vor gilt das Pinguin-System als vergleichsweise umständlich, nichts für Otto-Normalanwender«, schreibt Spiegel Online. »Die neuesten Distributionen brechen das langsam auf, Linux findet Einzug auf einer ständig wachsenden Zahl von Heim-Rechnern. In Marktanteilen ist das für Quasi-Monopolist Microsoft noch immer eine zu vernachlässigende Größe, doch längst hat die Gates-Company die Gefahr erkannt.« Denn Linux ist nach Meinung des Autors im Kommen. Vor allem erfahrene User greifen immer wieder zu Linux und kehren der Redmonder Software-Schmiede den Rücken. »Rund 50 Prozent aller Internet-Server, schätzen die Analysten des Marktforschungsunternehmen Meta-Group, könnten bis zum Jahr 2007 mit Linux laufen. Microsoft-Produkte wie der durch Sicherheitslücken ins Gerede gekommene Web-Server IIS haben hingegen schwer zu kämpfen.«

Aus diesem Grund werde sich auch Microsoft auf die nach Meinung von Spiegel Online »keltische Taktik« stützen. »Auch Asterix' Vorfahren beherrschten weite Teile Europas für mehrere Hundert Jahre, ohne dabei im römisch-microsoftigen Stil Neuland zu erobern. Sie assimilierten stattdessen: Kelten wanderten ein, durchdrangen ansässige Populationen und drückten ihnen ihren Stempel auf. Sie keltisierten ihre neuen "Märkte"«, erkennt der Online-Ticker.

Alles Unsinn, sagt der Microsoft-Manager Peter Houston: Die Zukunft heiße Windows, daneben Windows und Windows. Darauf werde sich das Unternehmen auch in Zukunft konzentrieren.

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