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Di, 17. Dezember 2002, 23:39

Freispruch für ElcomSoft

Elcomsoft, die Firma, die eine Zeitlang Software zum Umgehen des Kopierschutzes in Adobes eBook verkaufte, ist in der gestrigen Verhandlung vor einem US-Gericht freigesprochen worden.

Der Fall hatte großes Aufsehen erregt, als im letzten Jahr einer der Entwickler der russischen Firma, Dmitry Sklyarov, im Verlauf der Defcon-Konferenz verhaftet worden war. Einige bekannte Persönlichkeiten wie Kernel-Guru Alan Cox boykottierten daraufhin alle Konferenzen in den USA, weil auch sie vom FBI in willkürlichen Aktionen verhaftet werden könnten.

In Bewegung brachte die Affäre Adobe durch eine Anzeige, die sich auf den DMCA (Digital Millennium Copyright Act) stützte. Dieses höchst umstrittene Gesetz, das in der EU gar in einer noch verschärften Form geplant ist, verbietet jede u.a. Umgehung von Kopierschutz, auch wenn dieser noch so trivial ist, und fördert damit den Gebrauch von schwachen bis unbrauchbaren Schutzmechanismen.

Nachdem Adobe nach massiven Protesten die Anzeige zurückgezogen hatte, war die Staatsanwaltschaft jedoch nicht gewillt, die Anklage fallen zu lassen. Sklyarov wurde auf freien Fuß gesetzt im Austausch für eine Zeugenaussage gegen seinen Arbeitgeber, durfte jedoch die USA nicht verlassen.

In der Verhandlung waren sich alle Seiten einig, daß ElcomSoft die Absicht hatte, den Kopierschutz zu knacken. Entscheidend für das Urteil war damit nur die Frage, ob ElcomSoft damit absichtlich gegen das Gesetz verstoßen habe. Dies wurde von der Firma verneint, und die Schöffen schlossen sich dieser Meinung an. Maßgeblich war hier sicherlich auch, daß ElcomSoft den Verkauf der Software sofort nach Adobes Beschwerde eingestellt hatte. Der Freispruch ist somit kein Sieg gegen den DMCA, er zeigt allenfalls, wie wichtig es ist, dieses Gesetz zu Fall zu bringen.

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