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Mi, 1. Januar 2003, 15:43

Software::Distributionen

Lindows spendet 200.000 USD an das Xbox-Linux-Projekt

Wie das Team um das Linux-Projekt auf der Xbox bekannt gab, handelt es sich bei dem bis dato unbekannten Spender, der 200.000 USD für ein lauffähiges Linux auf der Xbox ausbot, um Michael Robertson, CEO von Lindows OS - in einem Interview auf Golem.de plaudern die beiden deutschen Maintainer des Vorhabens über das Projekt.

Es vergeht kaum eine Woche, in der es nicht Neuerungen um die Portierung von Linux auf die Xbox gäbe. Das Tempo der Arbeit scheint ununterbrochen zu wachsen. Die Überwindung von Sicherheitsfunktionen des Gerätes wie der ATA-Codierung oder den »Mod-Chips«-Änderungen sorgten bereits in der Vergangenheit für Schlagzeilen.

Lange Zeit wurde spekuliert, wer der geheime Spender sein soll, der 200.000 USD an Personen oder Organisationen vermachen will, die Linux auf die Xbox portieren. Die Größen der Branche schmückten die Ticker, und Spekulationen überhäuften die Nachrichten. Wie nun bekannt wurde, handelt es sich bei dem Spender um das omnipräsente Unternehmen Lindows. Lindows, ein David, bereitet seit geraumer Zeit dem Redmonder Goliath Kopfzerbrechen und lässt keine Gelegenheit aus, um mit kleinen oder größeren Aktionen Microsoft anzugreifen.

Wie das Team um die Portierung nun bekannt gab, wurde die erste Tranche in Höhe von 90.000 USD vergeben. Die anderen 100.000 USD bleiben erst einmal unangetastet, sie waren ja für das Ausführen von Linux auf einer Xbox ohne Mod-Chip bestimmt.

In einem Interview mit dem Online-Ticker Golem.de sprachen die beiden deutschen Maintainer des Vorhabens, Michael Steil und Milosch Meriac, im Detail über die bisherigen Erfolge, das ausgesetzte »Kopfgeld«, die Hack-Arbeit im Team - und was jetzt noch kommen muss, damit die Xbox tatsächlich zum vollwertigen PC-Ersatz wird.

Primär gehe es dem Team darum, die Gesetze nicht zu überschreiten und »100 Prozent legal zu arbeiten«. »Wenn wir einen leisen Zweifel haben, halten wir uns zurück. Wir betreiben sehr viel Aufwand, um keinen Copyright-geschützten Code zu nutzen, beispielsweise bei der Entschlüsselung der Xbox-Festplatte. Falls es irgendwann dann doch zu einem Gerichtsverfahren kommt, können wir nur hoffen, dass wir fair behandelt werden«, so Milosch Meriac gegenüber Golem.de. Alleine die Tatsache, dass es sich bei der Portierung um Linux handelt und das Projekt einen enormen Bekanntheitsgrad erreichte, wird die Gruppe an Codern von Microsoft und möglichen Restriktionen seitens des Unternehmens schützen - auch wenn es bis dato noch keinen Kontakt zu dem Softwareriesen gab. »Das heißt nicht, dass wir Narrenfreiheit haben und diese ausnutzen«, sagte Michael Steil.

Der Erfolg eines Einsatzes von Linux auf der Spielkonsole aus dem Hause Microsoft dürfte dennoch noch ein wenig auf sich warten lassen. Vor allem »Dinge im Grafikbereich« sind noch nicht implementiert worden. »Video läuft derzeit nur in PAL vernünftig, NTSC sollte fertig sein, ist aber noch nicht integriert«, räumte Steil ein. »Wir wollen das Ganze außerdem auch noch für RGB und HDTV möglich machen - und natürlich hätten wir gerne VGA. Die derzeitige Auflösung von 640 mal 480 Pixeln auf dem Fernseher ist nicht sehr schön und für den Desktop-Bereich ungeeignet. Das ist die Hauptsache: Ansonsten gibt es nur noch Kleinigkeiten im Linux-Bereich, an denen wir arbeiten«. Auch der nötige Einsatz eines Mod-Chips stellt einem möglichen Einsatz von Linux noch Steine in den Weg. »Das Problem bleibt, dass beim Öffnen der Konsole die Garantie verloren geht«, so Steil.

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