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Mo, 6. Januar 2003, 21:22

Software::Systemverwaltung

Neuer Streit um binäre Treiber

Auf der Linux Kernel Mailing List (LKML) findet dieser Tage eine Diskussion über die Legalität binärer Treiber für Linux statt - Stein des Anstoßes sind wieder einmal die Treiber von nVidia.

Bereits im Jahre 1995 hatte Linus Torvalds der Idee binärer Treiber für Linux seinen Segen gegeben. Zwar betonte er, dass keine Möglichkeit bestehe, dem Kernel Konstrukte im Sinne von »dynamisch gelinkten Treibern« hinzuzufügen, so gab er aber unmissverständlich zu, dass die »loadable modules« Funktionalität diesen Zweck erfüllen kann und auch dafür genutzt werden sollte.

Einige Zeit später griff der amerikanische Chip-Hersteller nVidia diese Idee auf und veröffentlichte die wohl ersten binären Treiber für Linux. Neben einer exzellenten Unterstützung der 3D-Funktionalität hoben sich die Treiber gegenüber der XFree86-Variante durch erweiterte Funktionalität hervor. Zeitgleich stoppte aber das Unternehmen die Unterstützung der Community mit Informationen zu ihren Chips und veröffentlicht seither alle Treiber in Eigenregie.

Dieser Umstand ist manch einem Kernel-Entwickler ein Dorn im Auge und verletzt nach Meinung der Gegner die Rechte der GPL, unter der der Linux-Kernel veröffentlicht wurde. Zu der Argumenation gesellt sich ferner die Annahme, dass freie Treiber transparenter sind und Fehler schneller gefunden werden.

Dies stellt auch den Anliegen manch eines Coders dar, der es am liebsten sehen würde, wenn nur noch GPL-Treiber in den Kernel eingebunden werden dürften. Zwar kennzeichnet der Kernel beim Ladevorgang binäre Treiber als »tainted«, er verweigert aber nicht die Zusammenarbeit mit diesen - ein Zustand, der nach Meinung mancher geändert werden sollte.

Dies würde Linux unwiderruflich schaden, argumentiert die gegnerische Seite. Es sei utopisch zu glauben, dass die Hersteller ab diesem Zeitpunkt die Community mit Informationen zu ihren Chips unterstützen oder ihren Code freigeben würden. Eher befürchten die Gegner, dass sich die Firmen von Linux abwenden und Betriebsystemen wie *BSD zuwenden, die diese Praxis erlauben. So tragen binäre Treiber nach Meinung der zwar nicht Verfechter, aber auch nicht Gegner binärer Treiber, dazu bei, dass Linux durch diese an Bekanntheit gewinnt und auch für den Consumer-Bereich interessanter wird.

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