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Do, 16. Januar 2003, 00:29

Gesellschaft::Politik/Recht

Bundestag - Migration beginnt

Auf dem Server des Bundestags liegt seit Kurzem eine öffentliche Ausschreibung, die in groben Zügen die Migration von 180 Servern auf Linux beschreibt.

Zur Erinnerung - in einer Prüfungsmitteilung an das Bundesinnenministerium forderte der Bundesrechnungshof einen verstärkten Einsatz von Open-Source-Software in Behörden. Laut Wirtschaftlichkeitsrechnung können Open-Source-Alternativen im direkten Vergleich zu Microsoft-Software rund 100 Millionen Euro sparen und so den Haushalt entlasten.

Im Frühjahr des vergangenen Jahres sollte es nun so weit sein. Die prestigeträchtigste Institution der Legislative, der Bundestag, sprach über einen möglichen Einsatz von Linux und offenen Technologien auf den Servern und Clients. Eine Ideologieschlacht sollte beginnen. Das Ende fand die Debatte im März, als die IuK (Informations- und Kommunikationstechnologie)-Kommission des Bundestags den Einsatz von Linux auf Servern, jedoch vorerst nicht auf den Desktops empfahl. So sah die Empfehlung vor, ab 2003 auf den rund 180 Servern Linux zu betreiben. Die Server stellen alle Dienste bereit: Email, Groupware, Dateiserver, Druck, Datenbanken, Datensicherung und Benutzeranmeldung. Verwaltet wird dies mit OpenLDAP. Die Desktops sollen zunächst mit Windows XP laufen.

Wie nun einer am Anfang dieses Jahres online gestellten Bekanntmachung zu entnehmen ist, soll die Migration des Server-Parks bald beginnen. Der Bundestag will seine komplexe IT-Infrastruktur (ca. 180 Server und 5.000 PC's, die z.Zt. schwerpunktmäßig unter Windows NT betrieben werden) ab 2003 auf eine neue Betriebssystembasis migrieren. Als Grundlage des Vorhabens wird eine im Jahre 2001 erstellte Migrationsstudie mit ihren Aussagen zum Ist-Zustand, der prinzipiellen Machbarkeit und zu Kosten-Nutzen-Aspekten herangezogen.

Interessant an der Ausschreibung ist die Tatsache, dass der Bieter als Generalunternehmer für alle Leistungen auftreten muss und sowohl für die Realisierung der Client- als auch für die Server-Seite zuständig ist und »die Vergabe der Leistung keinem besonderen Berufsstand« vorbehalten sei. Bereits Mitte 2003 soll die eigentliche Migration beginnen. Der Vertrag endet zum 31.12.2005 mit der Option für die Auftraggeberin, den Vertrag bis längstens 31.12.2007 zu verlängern.

Die komplette Ausschreibung können alle Interessenten auf der Seite des Bundestages finden.

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