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Mi, 12. Februar 2003, 20:51

Gemeinschaft

BerliOS startet das OpenFacts-Projekt

BerliOS stellte heute offiziell das OpenFacts-Projekt vor, ein Wikipedia-basiertes Wiki für Open-Source-Dokumentation.

»Das Modell der gemeinsamen Entwicklung von Software, die frei verbreitet und verändert werden darf, funktioniert nachweislich«, schreiben die Initiatoren. Nun will BerliOS das selbe Prinzip auch auf die eigenen Seiten übertragen und bietet allen Interessenten ein Dokumentationswiki an. Es ist zwar nach Meinung von Lutz Henckel, BerliOS-Projektleiter, gewagt zu glauben, dass dieser Ansatz erfolgreich sein kann, aber »immerhin geht es bei uns weder um Politik noch um Religion«.

Das Prinzip von OpenFacts ist wie auch bei anderen Wiki-Systemen gleichgeblieben: Jeder Benutzer kann die vorhandenen Daten ansehen, ändern und erweitern. Auf diese Weise kann in globaler Zusammenarbeit eine riesige Wissensbasis entstehen, sofern sich genügend Mitarbeiter finden. Bestehende Inhalte können erweitert, falsche Inhalte korrigiert oder entfernt werden. Dafür sind keinerlei HTML-Kenntnisse erforderlich.

OpenFacts erlaubt auch allen Open-Source-Projekten, ihre Dokumentation online gemeinsam zu schreiben, aber auch Feature-Vorschläge oder Fehlerprotokolle auf diesem Wege zu verwalten. »Wir möchten auch bestehende HOWTOs und FAQs importieren«, so BerliOS-Mitarbeiter Erik Möller. Zu diesem Zweck wurden spezielle Importfilter entwickelt, um die vom Linux Documentation Project bzw. dem Deutschen Linux HOWTO Projekt erstellten Dokumente in das einfach zu lesende Wiki-Format zu konvertieren. »Glücklicherweise erlauben die meisten HOWTOs die freie Veränderung im Sinne der GNU-Lizenzen«, so Möller weiter. Einige deutsche und englische HOWTOs wurden bereits eingespeist.

Das neue Wiki versteht sich nicht als Konkurrenz zu existierenden Projekten. Dokumente, die mit OpenFacts erstellt wurden, könnten z.B. in regelmäßigen Abständen durch das Linux Documentation Project zertifiziert werden, was einen wesentlichen Mangel des Wiki-Prinzips beseitigen würde: Die fehlende Autorität hinter den Texten. So der Plan der Macher.

Den ersten Grundstein zur Seriosität haben die Betreiber gemacht und veröffentlichten eine Einführung in die verschiedenen Open-Source-Lizenzen, die sowohl Entwicklern als auch Nutzern helfen soll, die Unterschiede zwischen den Lizenzen zu verstehen. Das speziell für OpenFacts erstellte Material ist uneingeschränkt nutzbar. »Nach deutschem Recht gibt es keine Public Domain«, so Lutz Henckel. »Aber unsere Lizenzvereinbarung kommt dieser Rechtsform am nächsten. Wir erlauben alles, was wir erlauben dürfen.« Importierte Texte stehen teilweise unter anderen Lizenzen. Eine Veränderung des Dokuments soll aber in jedem Fall erlaubt sein. »Sonst macht OpenFacts keinen Sinn.«

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