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Mi, 19. Februar 2003, 15:44

Defragmentierungstool für Linux-Partitionen

Die bis dato im Windows-Sektor aktive Firma »O&O Software« veröffentlichte die erste Beta-Version einer kommerziellen Defragmentierungs-Software für Linux ext2-Partitionen.

Neben der Version für Microsoft Windows NT/2000/XP veröffentlichte die Berliner Softwareschmiede zum ersten Mal eine Beta Version von O&O Defrag für Linux. Die O&O Defrag Linux getaufte Version reduziert die Fragmentierung von Dateien auf dem unter Linux am weitesten verbreiteten Dateisystem ext2. »Durch die Defragmentierung wird ein schnellerer Zugriff auf die auf den Festplatten gelagerten Dateien erreicht und so die Performance des Gesamtsystems erhöht«, so das Unternehmen. »Erste Tests ergaben eine durchschnittliche Steigerung der Systemperformance von ca. 10%.«

So erledigt die Software das Analysieren/Defragmentieren von nicht gemounteten ext2 (Second Extended Filesystem) Laufwerkspartitionen, eine Analyse/Defragmentierung von einzelnen Dateien, eine Analyse/Defragmentierung von einzelnen Partitionen und eine Defragmentierung im »Security Mode«, der die Reparatur eines inkonsistenten Dateisystems, nachdem O&O Defrag Linux abnormal beendet wurde (z.B. durch Stromausfall), erlaubt.

Fragmentierung wird der Prozess und Zustand der Zerteilung von Dateien aufgrund wiederholter Veränderung oder Speicherung bezeichnet. Daten, die verteilt auf der Festplatte gespeichert werden, verursachen eine Latenz beim Zugriff und verlangsamen das System. Bei der Defragmentierung werden die auf der Festplatte in Bruchstücken gespeicherten Daten wieder zusammengefügt, so dass Informationen, die zu einer Datei gehören, in nebeneinander liegenden Inodes positioniert werden. Der Lesekopf der Festplatte hat einen deutlich kleineren Weg, um an die Daten zu gelangen und »liefert« die entsprechenden Informationen schneller.

Zweifelhaft ist dagegen, ob diese Theorie in der Praxis auch Anwendung findet. Bedingt durch die Tatsache, dass Linux in einer Multiuser-Multiprozess-Umgebung arbeitet, sind lange Daten-Zugriffe ohne eine »Störung« anderer Anwendungen unwahrscheinlich. Greift eine andere Applikation auf die Festplatte zu, muss der Kopf immer die Position ändern. Ferner nutzt ext2 mehrere Optimierungen. Zum einen geht das Filesystem davon aus, dass nach einer Anzahl von vorwärts laufenden Reads weitere Reads in derselben Sequenz kommen werden und holt Blöcke im Voraus (Read Prediction, Read Ahead). Zum anderen betreibt ext2 einen Sägezahn-Algorithmus zur Sortierung der Requests auf eine Platte. Diese Technik unterstützen auch alle modernen Festplatten (Hardware-Read Ahead).

Die statische Version von O&O Defrag Linux kann von Diskette (1,44 MB) gestartet werden. Somit ist es möglich, mit Hilfe einer Startdiskette oder -CD und O&O Defrag Linux die Root-Partition des Systems zu optimieren. Heruntergeladen werden kann die Applikation in der ersten Beta-Version vom Server des Unternehmens. (Dank an Sven Blumenstein.)

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