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Mi, 26. Februar 2003, 08:44

Gemeinschaft::Personen

Torvalds versenkt »Itanic«

Linux-Initiator Linus Torvalds hat in einem Beitrag zur Kernel Mailing-Liste den Itanium-Prozessor von Intel scharf kritisiert und die 32-bit x86-Architektur verteidigt.

Intels 64-bit-Prozessor Itanium wurde aufgrund der bisher minimalen Verkaufszahlen von Spöttern gelegentlich schon als »Itanic« bezeichnet. Intel hatte Milliarden in die Entwicklung dieses Prozessors gesteckt, doch das Resultat kann zur Zeit noch nicht recht überzeugen. Linus Torvalds, der aufgrund der Kernel-Programmierung und seiner Arbeit bei Transmeta als exzellenter Kenner der x86-Architektur gelten darf, scheint ähnlich zu denken.

Das größte Problem des x86 ist seine Segmentierung, meint Torvalds, und diese könne man im Protected Mode praktisch abschalten und vergessen. Die PAE-Erweiterung der neueren Prozessoren, die wiederum eine Segmentierung einführt, um mehr als 4 GB Speicher adressieren zu können, werde hoffentlich in Vergessenheit geraten. Der bizarre Befehlssatz des x86 dagegen habe sein Gutes. Erstens ist x86-Code sehr kompakt im Vergleich zu den meisten anderen Prozessoren. Dies bringt Performance-Vorteile beim Caching, da mehr Befehle in den Cache passen. Zudem wurden die x86-Prozessoren auf diesen Befehlssatz und den eigentlich zu kleinen Registersatz optimiert, das heißt, das Laden und Speichern von Daten aus dem Speicher hat zwangsläufig eine bessere Performance als bei den meisten anderen CPUs.

Der IA64 (Itanium) dagegen hat nach Meinung von Torvalds alle guten Eigenschaften des x86 über Bord geworfen und alle Fehler früherer Prozessoren wiederholt. Das Design mag schön und elegant sein, doch ist schon lange bekannt, daß elegante Architekturen in der realen Welt schlechte Performance zeigen.

Wenn Intel einen 64-bit-x86-Prozessor wie den AMD Opteron auf den Markt bringen würde, wäre IA64 sofort tot, mutmaßt Torvalds. Doch Intel will wohl lieber am IA64 festhalten. Auch der 64-bit-PowerPC wäre eine gute Alternative, spielt aber wegen seines Preises noch keine Rolle. Zwischen den Zeilen kann man hier eine Befürwortung des x86-64 von AMD herauslesen. In der Tat hat Torvalds' Arbeitgeber Transmeta diese Technologie lizenziert. (Dank an Ralf Schülke.)

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