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Fr, 21. März 2003, 17:58

Unternehmen

Keine Linux-Applikationen für Motorola Linux-Handy

Im Februar [a 0.5222]kündigte Motorola ein Linux-Smartphone an[/a] und gibt nun bekannt, dass Linux-Applikationen nicht unterstützt werden sollen.

Das Magazin IDG.Net berichtet, dass Motorola aus Sicherheitsgründen auf Java zurückgreifen möchte. So wird agumentiert, dass Software für ein Mobiltelefon besondere Sicherheitskriterien erfüllen müsse. Unter keinen Umständen dürfe Code ausgeführt werden können, der ungewollte Verbindungen herstellt und somit Kosten für den Anwender verursacht. Eventuell soll es Entwicklern später möglich sein, Linux-Applikationen für das Smartphone zu erstellen. Das Produkt solle aber erst einmal getestet werden, so Motorola-Sprecher David Rudd gegenüber IDG.Net.

Vorerst sollen Entwickler Java-Programme für das Handy erstellen. Der Handy-Hersteller sieht Linux eher als Plattform, die die Java-Funktionalität bereitstellt. Die ideale Erweiterung für Applikationen auf einem Linux-Smartphone sei daher Java. Zwar sieht man im Hause Motorola die Entscheidung, Linux zu verwenden, als wichtig an. Sie wird aber nicht als so strategisch bedeutend angesehen wie der Einsatz von Java. Java soll die primäre Programmiersprache für Motorolas Smartphones werden - die Applikationen sollen nämlich auch auf den anderen Java-fähigen Geräten der Firma laufen.

Diese Entscheidung dürfte zumindest bei der Linux-Community auf wenig Gegenliebe stoßen. Bei der Ankündigung des Telefons betonte Motorola sowohl das Linux-Betriebssystem als auch die Java-Fähigkeit. Nun wird die Rolle von Linux eher heruntergespielt. Chris Jones, Analytiker bei Canalys.com Ltd., gibt gegenüber IDG.Net zu bedenken, dass es den meisten Anwender egal ist, welches Betriebssystem auf ihrem Handy läuft. Dies dürfte zwar korrekt sein, es ist aber dennoch widersprüchlich, im Vorfeld die Wichtigkeit von Linux zu betonen und nun »aus Sicherheitsgründen« auf Linux-Applikationen verzichten zu wollen. Potentiellen Entwicklern aus der Linux-Szene dürfte diese Entscheidung übel aufstoßen. Auch werden wohl viele Linux-Anwender das Interesse an dem Smartphone verlieren, wenn keine Linux-Applikationen darauf lauffähig sind. Bleibt also letztlich abzuwarten, wie sich Motorola endgültig entscheidet und wie die Marketing-Abteilung das Gerät schließlich ankündigen wird.

Geplant ist die Einführung des als »A760« bezeichneten Gerätes für das dritte Quartal 2003. Zunächst soll es nur in Asien, später auch in Nordamerika und Europa erhältlich sein. Auszeichnen soll es sich durch einen Farbbildschirm, eine integrierte Kamera sowie einen MP3- und einen Video-Player.

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