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Di, 1. April 2003, 23:17

Software::Grafik

GraphicsMagick contra ImageMagick

Fast unbemerkt von der Öffentlichkeit ereignete sich im letzten November eine Spaltung des ImageMagick-Projektes, nachdem einige der Entwickler keine Perspektive mehr sahen.

ImageMagick ist ein leistungsfähiges, über Jahre gereiftes Bildbearbeitungs-Programm, das in einem Atemzug mit GIMP genannt werden kann. Es wurde wesentlich von John Cristy entwckelt. Im letzten Jahr kam es zum Konflikt, als Mitglieder des Entwicklerteams (im ImageMagick Studio organisiert) Änderungen am Kern der Applikation vornehmen wollten, Cristy aber die Kontrolle über den Kern nicht aus der Hand geben wollte.

Weitere Konfliktpunkte waren offenbar, daß es einige unstabile Releases gab und das ABI (mit dem u.a. andere Programme Teile von ImageMagick nutzen können) wiederholt geändert wurde. Im November 2002 löste Cristy die Entwicklergruppe auf, um als einzig Verbliebener an ImageMagick weiter zu arbeiten.

So startete ein Team um Bob Friesenhahn auf Basis von ImageMagick 5.5.2 ein neues Projekt namens GraphicsMagick. Ziele von GraphicsMagick sind u.a.:

  • Stabiles ABI und API
  • Weniger Releases, etwa vier im Jahr
  • Betazyklus von etwa vier Wochen vor jedem Release
  • Versionen in den Bibliotheken
  • Offenes Entwicklungsmodell

GraphicsMagick enthält zum jetzigen Zeitpunkt bereits wesentliche Verbesserungen gegenüber ImageMagick. So werden verschiedene Operationen deutlich schneller ausgeführt und der Speicherverbrauch wurde reduziert. Zudem ist das ABI immer noch das von ImageMagick 5.5.2, während die aktuelle ImageMagick-Version 5.5.6 bereits wieder inkompatible Änderungen enthält.

Es gibt aber durchaus lebhaften Code-Austausch der beiden Projekte, nicht zuletzt durch Glenn Randers-Pehrson, der jetzt beiden Projekten angehört.

Die erste Beta-Version von GraphicsMagick 1.0.0 wird, wenn alles gut geht, Mitte April erscheinen. Etwa vier Wochen später darf man auf die erste offizielle Version hoffen. Bereits jetzt kann man sich den aktuellen Stand herunterladen, der zumindest problemlos zu compilieren sein sollte.

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