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Mi, 28. Mai 2003, 19:55

Münchner Stadtrat stimmt für Linux

Der Münchner Stadtrat hat endgültig beschlossen, Microsoft abzulösen und seine IT im nächsten Jahr auf Linux umzustellen.

Damit hielt auch die SPD an ihrer bereits am 26. Mai gefallenen Entscheidung fest. Selbst die Beschwerde von Microsoft vom 27. Mai, daß es keinen fairen Wettbewerb gegeben habe, verbunden mit einem um 7 Millionen EUR reduzierten Angebot, konnte die Abgeordneten nicht umstimmen.

Das Angebot von Microsoft hatte die Umstellung von Windows NT auf XP und Office XP umfaßt und hätte die Stadt knapp 30 Mio. EUR gekostet - Support inklusive. Die Umstellung auf Linux ist aber langfristig billiger, erklärte ein Sprecher der Stadt. Ferner sagte OB Christian Ude (SPD), daß man damit eine größere Hersteller-Unabhängigkeit erreiche. Außerdem werde ein Zeichen für mehr Wettbewerb im Software-Markt gesetzt.

Die Entscheidung hat zunächst noch keine konkreten Folgen. Bis zum Frühjahr 2004 wird nun ein Feinkonzept erstellt werden, dann wird es eine erneute Ausschreibung für die Realisierung geben. In dieser wird dann die Umstellung auf Linux und OpenOffice festgelegt sein.

Die Entscheidung fiel mit der absoluten Mehrheit von SPD und Grünen, denen sich alle anderen Fraktionen mit Ausnahme der CSU anschlossen. Die CSU stimmte dagegen und schloß sich, wie die Computerwoche meldet, der Argumentation von Microsoft an. Dem Blatt zufolge äußerte Microsoft-Sprecher Thomas Baumgärtner die Ansicht, daß die Stadt aus strategischer und nicht aus wirtschaftlicher oder Produktsicht entschieden habe. Die Reaktion der CSU überbietet die von Microsoft sogar noch - angeblich wollte die CSU jedoch nur zwei weitere Wochen um niedrigere Preise feilschen.

Dagegen wurde die Entscheidung von Vertretern von IBM, Sun und SuSE begrüßt. Die Abstimmung stieß auf großes Medieninteresse. Neben den bereits erwähnten Quellen gab es auch Meldungen auf tagesschau.de, wo auf BR Online verwiesen wird, und natürlich auf dem Heise News-Ticker. (Dank an Daniel Seichter, Clemens Diepers, Reiner Schischke und Hanno Böck.)

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