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Di, 3. Juni 2003, 21:47

Software::Kommunikation

AOL legt sich auf Internet Explorer fest

Netscape und Real werden nach der Einigung zwischen Microsoft und AOL bald Geschichte sein, meinen einige Beobachter.

Die Einigung bestand darin, daß Microsoft 750 Millionen USD an AOL zahlt und AOL den Internet Explorer sieben Jahre lang lizenzfrei nutzen läßt. Auch der Microsoft Media Player 9 wird von AOL eingesetzt. Ferner wollen die beiden Firmen auf den Gebieten der Softwareverteilung und der digitalen Medien zusammenarbeiten. In der Klage von AOL war es darum gegangen, daß Microsoft illegal seine Marktstellung ausgenutzt hatte, um Netscape vom Markt zu verdrängen.

In einem Artikel auf CNET wird ein Analyst der Giga Group zitiert: »Das bedeutet, daß Netscape weitgehend weg ist. AOL wird auf unbestimmte Zeit mit Internet Explorer weitermachen und hat keinen wirklichen Grund mehr, Netscape zu finanzieren.«

Netscape war 1998 von AOL gekauft worden, zu einer Zeit, als der Marktanteil des Netscape-Browsers noch bei etwa 50 Prozent lag. AOL hat aber nie große Unterstützung für Netscape gewährt und den Browser somit in die Vergessenheit manövriert. Ob es eine Version 8.0 von Netscape noch geben wird, darf bezweifelt werden.

Ähnlich sieht es der Spiegel. Was hinter dem Abkommen letztlich steckt, ist das Digital Rights Management (DRM), das in der nächsten Windows-Version wohl endgültig kommen soll. Da DRM den (viel Geld zahlenden) Kunden Rechte entzieht, ist es für die Medien-Industrie das Mittel der Wahl, um Audio oder Video online anzubieten. Dabei spielt auch der Windows Media Player eine wichtige Rolle, sein wichtigster Konkurrent, der Real Media Player, wird unter den Tisch fallen. Real hat aber mittlerweile einen Großteil des Codes unter eine Open-Source-Lizenz gestellt.

Auch die Auswirkungen auf Mozilla könnten erheblich sein. Zwar ist die Benutzerzahl von Mozilla beachtlich, doch dem Projekt fehlt es an Programmierern - und wenn diejenigen, die bisher für Netscape arbeiteten, wegfallen sollten, dann dürfte das nicht ohne Folgen bleiben. (Dank an M. Sardy.)

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