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Do, 26. Juni 2003, 22:31

Software

SCO-Schmutzkampagne kann freier Software nichts anhaben

Richard Stallman, Gründer und Vorsitzender der Free Software Foundation, beschuldigt SCO, eine Schmutzkampagne zu betreiben.

Offensichtlich fühlte sich Stallman genötigt, eine Erklärung zu einem Zitat abzugeben, nach dem er angeblich gesagt haben soll, daß Linux eine Kopie von Unix sei. Dies war ein »offensichtlicher Fehler« von SCO, denn es ging in seiner damaligen Aussage nur um die Ideen von Unix, die veröffentlicht und frei verwendbar sind.

Anschließend erläutert er seine bekannte Auffassung, daß Linux an sich nur der Kernel ist. Erst in Kombination mit GNU-Software wird es zu einem Betriebssystem und sei daher GNU/Linux zu nennen, obwohl die meisten es nur als Linux bezeichnen. SCO nutzt nun seiner Ansicht nach die Doppeldeutigkeit des Begriffes, um die Wirkung der Kampagne zu vergrößern.

Dann erläutert er, daß GNU für »GNU's not Unix« steht, und zwar genau deshalb: GNU ist nicht Unix, denn Unix war immer unfrei, und genau deshalb entstand GNU als freier Gegenpol dazu. Während der Entwicklung von GNU wurde sehr darauf geachtet, daß kein Entwickler Zugang zu Unix-Quellcode hatte. Ferner sollte schon das Design des Codes anders angelegt sein als das des äquivalenten Unix-Codes. So sollten alle Copyright-Ansprüche von vornherein vermieden werden. Bei einer halben Million Entwicklern, die Stallman im Bereich der freien Software sieht, ist allerdings nicht auszuschließen, daß Code gestohlen wird. Das ist kein Beinbruch, meint Stallman, der Code kann, wenn er entdeckt wird, entfernt werden, und dann sollte alles in Ordnung sein.

Zu SCOs Verschleierungstaktik gehört auch die Verwendung des Begriffs »Intellectual Property« (Geistiges Eigentum). Dies lenkt davon ab, daß es hierbei um Copyright, Patente und Marken geht, und jeder dieser Begriffe ist mit eigenen Gesetzen geregelt und hat nichts mit den anderen beiden zu tun.

Obwohl nach Stallmans Ansicht SCO auch dem Linux-Kernel nichts anhaben kann, wäre auch in diesem Fall die GNU-Gemeinschaft nicht sonderlich betroffen. Neben Linux stehen auch Hurd und NetBSD als GNU-Kernel zur Verfügung. »Linux ist nicht mehr unersetzlich.« (Dank an Reiner Schischke, Sturmkind und Andreas Wozniak.)

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