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Mi, 16. Juli 2003, 00:41

Die wundervolle Welt von Linux 2.6

Joseph Pranevich, der mit seinem Artikel »Die wundervolle Welt von Linux 2.4« vor der Veröffentlichung von Linux 2.4 viel Beachtung fand, tut nun Gleiches mit dem neuen Kernel.

Pranevichs Artikel beschreibt die wichtigsten Änderungen, die Linux 2.6 gegenüber 2.4 bringen wird. Zwar existieren bereits andere Dokumente hierzu wie beispielsweise Guillaume Boissieres wöchentlicher Linux 2.5 Status, doch dürfte keines davon so unterhaltsam sein wie »The Wonderful World of Linux 2.6«, wie es im Original lautet.

Wie Pranevich schreibt, ist es noch nicht ganz klar, ob der neue Kernel die Versionsnummer 2.6 oder 3.0 tragen wird. Sein Dokument ist als erster Entwurf zu sehen und wird mit dem Erscheinen von weiteren Kernel-Betaversionen allmählich seine endgültige Gestalt annehmen.

Einige der neuen Features von Kernel 2.6:

  • Unterstützung von mehr Architekturen und mehr Hardware. Eingebettete Systeme können kleiner gemacht werden, andererseits skaliert der Kernel besser auf »große« Hardware mit mehr als vier Prozessoren. Und ucLinux, eine Variante ohne Hardware-Speicherverwaltung, ist in den Kernel integriert.
  • Unterscheidung von »Subarchitekturen«, d.h. Trennung von Prozessortyp und Hardwaretyp.
  • Unterstützung von NUMA durch »Topologie-API«, Änderungen im Scheduler und in der Speicherverwaltung.
  • Die maximale Anzahl von User-IDs ist vier Milliarden statt 65536, die Prozeß-IDs reichen bis zu einer Milliarde statt bis 32767, die maximale Zahl offener Dateien muß nicht mehr festgelegt werden, die maximale Dateisystem-Größe ist nun 2 TB.
  • Die Interaktivität des Kernels ist wesentlich besser: Der Kernel ist unterbrechbar, die Latenzzeiten wurden minimiert und der Timer-Takt von 100 auf 1024 Hz erhöht. Das stark verbesserte I/O-Subsystem trägt ebenso dazu bei wie die FUTEXe, eine Erfindung von Paul "Rusty" Russell.
  • Die Kernel-Module wurden verbessert (und benötigen neue Tools anstelle der bisherigen modutils).
  • Die Thread-Implementierung zusammen mit der NTPL-Bibliothek stellt eine extrem schnelle Thread-Implementierung dar, die hunderttausende von parallelen Threads unterstützt.
  • Neues vereinheitlichtes Device-Modell: »Kernel Objects«. Darauf bauen u.a. ACPI und das neue sysfs-Dateisystem auf, das das proc-Dateisystem ergänzt und teilweise ersetzt.
  • ALSA ersetzt die alten OSS-Soundtreiber.
  • Unterstützung für digitales Fernsehen (DVB).
  • IPsec ist im Kernel, ebenso User Mode Linux, Software Suspend und variable CPU-Geschwindigkeit (Speedstep u.a.).
  • NFSv4 wird unterstützt, u.a. mit stärkerer Authentikation.
  • Sicherheitsmodule erlauben völlig andere Sicherheitsmodelle als bisher. Die traditionelle Superuser-Methode ist zwar das einzige bisher offiziell unterstützte Modell, aber es läßt sich ersetzen.

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