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Mo, 21. Juli 2003, 22:08

Gesellschaft::Politik/Recht

Neues »Lizenzangebot« von SCO

Die amerikanische SCO Group holt zu einem neuen Schlag aus und bietet kommerziellen Nutzern von Linux neue Lizenzmodelle an.

Bereits im Mai verkündete SCO vollmundig, dass Linux Quellen des System V enthalte und damit eine nicht autorisierte Kopie von UNIX sei (die Behauptung ist bis heute mit nichts belegt). Als Besitzer der Rechte an UNIX verletze damit jeder, der Linux nutzt die Rechte des Unternehmens und müsse mit Konsequenzen rechnen. Aus einer Verpflichtung gegenüber den Aktionären, das eigene geistige Eigentum und andere Wertsachenrechte zu schützen, wollte SCO die eigenen Kunden über mögliche »Gefahren aus der Verwendung von Linux« informieren.

Wie SCO heute bekannt gab, stellt die Firma ein neues Lizensierungsangebot für Firmen vor. »Wir bieten ein einfaches und faires Lizenzmodell, das Firmen helfen soll, Linux in einer legal und voll bezahlten Weise einzusetzen und dabei unter dem Schutz der SCO-Rechte zu stehen", so Chris Sontag. Damit das Modell nicht zu einer Luftnummer wird, liefert Sonntag gleich Argumente und Gründe für die Lizensierung. So sollen »hunderte« von Dateien von dem Klau betroffen sein. Bis zur Kernel-Version 2.2 unterstützte Linux nur 2 bis 4 Prozessoren. Mit der Veröffentlichung von Kernel 2.4 und der kommenden Version 2.6 zog SMP in den Kernel. Das technisch fortgeschrittenere symmetrische Multiprocessing (SMP) ist, so Sontag, nichts anderes als ein Klau von Unix System V und stellt einen groben Verstoß gegen alle Lizenz- und Rechtsvereinbarungen dar.

Und so hofft das Unternehmen über zwei Millionen potentielle Kunden zu haben, die wider Willen ein unautorisiertes UNIX benutzen und nach einer klaren Rechtslage lechzen. Diese wird fortan unter dem Namen »binary UnixWare license« jedem potentiellen Kunden, sei er in Tibet oder Gaborone zu Hause, angeboten. Auf rechtliche Bestimmungen eines Landes wird dabei keine Rücksicht genommen, denn »geistiges Eigentum ist wertvoll und muss durch Unternehmen respektiert« und vor allem »bezahlt werden«. »Die neue Lizenz vollendet diese Zielsetzung in einer angemessenen und ausgeglichenen Weise«, so Darl McBride, Präsident und CEO der SCO Group. Sontag, Senior Vice Präsident und General Manager von SCOsource, wird schon klarer: »Seit 2001 verkauften und kauften kommerzielle Unternehmen Software, die unterschlagenen Unix-Code enthielt«.

Sontag betonte jedoch, dass SCO nicht Privatpersonen belangen will und nicht jede mögliche Linux-Installation lizensieren möchte, sondern nur Linux-Server mit mehreren Prozessoren, die den Linux-Kernel 2.4 und 2.5 benutzen.

Unterdessen scheint eines der wichtigsten Produkte von SCO, glaubt man der Auflistung auf Seite von sco.com, das »SCOsource UNIX Licensing Program« zu sein. Kaum eine Seite, die keinen Verweis auf die neue Business-Abteilung zur Wahrung der UNIX-Rechte enthält. Wer sich aber eingehend informiert, wird feststellen, daß die SCO-Ansprüche jeder juristischen Grundlage entbehren und die Klage gegen IBM ausschließlich eine Vertragsangelegenheit zwischen beiden Firmen ist.

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Kommentare (Insgesamt: 77 || Alle anzeigen || Kommentieren )
SCO und Sun (CE, Di, 22. Juli 2003)
Re: Hat irgendjemand schon mal überlegt wie FETT M (atomical, Di, 22. Juli 2003)
Re: OpenLinux 2.4 (atomical, Di, 22. Juli 2003)
Re[2]: wie weiter ? ! (atomical, Di, 22. Juli 2003)
Re[2]: Ich biete SCO (atomical, Di, 22. Juli 2003)
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