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Do, 7. August 2003, 21:45

Unternehmen

IBM holt zum Gegenschlag gegen SCO aus

IBM, von der SCO Group auf drei Milliarden USD Schadensersatz wegen Vertragsbruch verklagt, hat beantragt, die Klage abzuweisen, und ferner eine Gegenklage eingereicht.

Die am Mittwoch vor einem Bundesgericht in Utah eingereichte Klage ist eine volle Breitseite gegen SCO, deren Aktienkurs prompt um elf Prozent fiel. Die Klage enthält folgende Punkte:

  • SCO verletzt vier Software-Patente von IBM
  • SCO hat nicht das Recht, IBM die UNIX-Lizenz zu entziehen
  • SCO hat die GPL verletzt

IBM fordert von SCO Schadensersatz in noch nicht genannter Höhe und eine einstweilige Verfügung, die SCO zwingt, die angeblichen Patentverletzungen zu stoppen und die Aussagen über Copyright-Verletzungen zu unterlassen.

Die Gegenklage stößt auch in der Open-Source-Gemeinschaft nicht nur auf Beifall, sondern auch auf Skepsis und Befremden. Grund dafür ist die Verwendung von Software-Patenten als Waffe gegen SCO. In den USA sind Software-Patente legal und haben bereits zu überwältigendem Schaden geführt. Ihre Verwendung ist fast immer mißbräuchlich und die überwiegende Zahl der Software-Patente bezieht sich auf Trivialitäten. Dies ist bei den IBM-Patenten nicht anders. Zwar scheint dies für IBM ein recht erfolgversprechender Weg zu sein, da Patentverfahren sehr teuer sind und SCO kaum finanzielle Reserven hat. Doch könnte der Fall sogar ein weiteres Beispiel dafür werden, warum Software-Patente in Europa keinesfalls erlaubt werden sollten. Die Entscheidung darüber fällt bekanntlich am 1. September im Europa-Parlament. (Dank an Reiner Schischke und Daniel Priem.)

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