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Do, 14. August 2003, 20:55

Gesellschaft::Politik/Recht

SCO hält GPL für ungültig

Ein Anwalt der SCO Group hat angekündigt, daß man im Prozeß gegen IBM versuchen werde, die GPL für ungültig zu erklären.

Mit diesem Argument will SCO den Prozeß, in dem es um drei Milliarden USD Schadensersatz für angebliche Vertragsverletzungen geht, gewinnen, erklärte der Anwalt Mark Heise dem Wall Street Journal zufolge.

Die Argumentation stützt sich auf ein Bundesgesetz, nachdem es nur erlaubt sein soll, eine Kopie einer Software anzufertigen. Daher sei die GPL, die beliebig viele Kopien gestattet, ungültig.

Dies ist natürlich absoluter Unsinn ohne jede Aussicht, ernstgenommen zu werden. Mit diesem Manöver versucht SCO einmal mehr, seine erhöhte Medienpräsenz auszunutzen, die es mit seiner Betrugskampagne derzeit innehat. Leider schenken sensationsgierige Journalisten solchen Aussagen mehr Aufmerksamkeit als den korrekten Aussagen der Gegenpartei, die immer wieder erweisen, daß die SCO-Behauptungen keinerlei Substanz haben.

In Wahrheit erlaubt das betreffende Bundesgesetz, eine Sicherheitskopie einer Software auch dann anzulegen, wenn der Hersteller dies in seinen Lizenzbestimmungen verbietet. Ein Gesetz, das die freie Verbreitung von Software verbietet, deren Lizenz dies explizit erlaubt, wäre auch in den USA unvorstellbar. Auf Software, die unter der GPL verbreitet wird, ist das Gesetz auch gar nicht nicht anwendbar.

Die GPL ist eine Lizenz, die sicherstellen soll, daß Software, die unter dieser Lizenz verbreitet wird, auch dann frei bleibt, wenn sie modifiziert oder mit anderer Software kombiniert wird. Sie wurde so geschrieben, daß sie mit dem internationalen Copyright-Abkommen (Berner Konvention) konform ist. Ihre Gültigkeit wurde in den knapp zwanzig Jahren ihres Bestehens auch nie ernsthaft angezweifelt. Ein solches Unterfangen hätte äußerst geringe Erfolgsaussichten. (Dank an Reiner Schischke.)

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Kommentare (Insgesamt: 60 || Alle anzeigen || Kommentieren )
Re: GNU selber schuld (knorke, Mo, 18. August 2003)
Re[2]: GNU selber schuld (CE, Mo, 18. August 2003)
Re: GNU selber schuld (Christian Selig, Mo, 18. August 2003)
GNU selber schuld (Ja natürlich, So, 17. August 2003)
die sensationsgeilen Journalisten!!! (martin, Sa, 16. August 2003)
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