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So, 17. August 2003, 18:17

Software::Desktop

Linux auf dem Desktop bis 2008 20% Marktanteil?

Darf man Einschätzungen von Siemens Business Systems Glauben schenken, so wird das freie Betriebssystem Linux bis zum Jahr 2008 im Desktop-Bereich in großen Firmen einen Marktanteil von 20 Prozent haben.

Linux hat sich laut einem Bericht von Newsforge in letzter Zeit derart weiterentwickelt, dass es nicht mehr lange dauern wird, bis Linux die Nummer Zwei bei den meistbenutzten Betriebssystemen sein wird. Zu dieser Einschätzung kommen die Spezialisten von Siemens Business Systems und prognostizieren zugleich Linux bis 2008 einen Marktanteil von 20 Prozent im Desktop-Bereich in großen Unternehmen. Dabei spielen vor allem die erheblich niedrigeren Kosten gegenüber der Konkurrenz aus dem proprietären Lagern eine große Rolle. Duncan McNutt, der bei Siemens für das Testen der Benutzbarkeit von Linux im Desktop-Umfeld zuständig ist, sieht dabei einen Einsparungspotential von 20-30 Prozent im administrativen Bereich. Zusätzliche Einsparungen bei Hardware aufgrund weniger Ausgaben für Upgrades belaufen sich auf 50 Prozent und bei den Lizenzkosten gar auf 80 Prozent.

Zugleich legen die Spezialisten des Konzerns noch einen drauf und kommen zu dem Schluss, dass die Vorteile von Linux nicht nur in den Kosten, sondern auch in der Ergonomie zu suchen sind. So will der Konzern herausgefunden haben, dass die Einlernzeit auf Produkte aus dem Open-Source-Umfeld nicht länger als die auf einem Windows-System ist. Lediglich einen Tag braucht ein IT-fremder Arbeiter, sich an das System zu gewöhnen, und einen weiteren, um die Office-Tools zu beherrschen, so Siemens.

Die Distribution der Pakete ist dagegen bei Linux vor allem in großen Unternehmen mit 4.000 bis 40.000 Installationen viel einfacher als die unter Windows. Das komplette System kann durch die Verwendung von Skripten automatisiert werden. Unter Windows gibt es dagegen sehr oft nur eine Möglichkeit - die Benutzung einer GUI. Ein weiterer Vorteil stellt die Dokumentation des Systems dar. Während unter Linux fast alle Funktionen dokumentiert sind, gibt es bei Windows zu viele Einstellungen und Funktionen, zu denen es faktisch keine einzige Zeile Dokumentation gibt.

Die plötzliche »Liebe« des Konzerns mit über 33.000 Beschäftigten in 44 Ländern überrascht doch ein wenig. Noch vor knapp zwei Jahren war die strikte Marschrichtung des Unternehmens auf die Produkte des Redmonder Herstellers Microsoft eingestellt. Wie einem internen Papier, das Pro-Linux vorliegt, zu entnehmen ist, war zu diesem Zeitpunkt weder eine Umstellung noch ein möglicher Wechsel der Strategie zu erkennen. Dies bestätigt auch McNutt und gesteht, dass man bei Siemens ursprünglich keine Verwendung für Linux auf dem Desktop außerhalb der Technik- und Server-Bereichen gesehen habe. »Dies hat sich mittlerweile als Fehler herausgestellt«, so der Manager.

Als Testsystem für ihre Erkenntnisse nutzten die Spezialisten Ximian Desktop. Zwar hat man auch KDE und GNOME einer näheren Prüfung unterzogen, die Ximian-Lösung stellte sich allerdings als die Beste heraus. Dabei kamen die Tester zu einem verblüffenden Ergebnis - die Ähnlichkeit von KDE zu Windows verwirrte die überwiegend technikfremden Testpersonen.

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Kommentare (Insgesamt: 59 || Alle anzeigen || Kommentieren )
Re[4]: START-Button (Karsten, Di, 19. August 2003)
Re: Schafe züchten (pippi, Di, 19. August 2003)
Re[2]: Verteilung Betriebssysteme (UK, Di, 19. August 2003)
Re: Verteilung Betriebssysteme (Kai Lahmann, Di, 19. August 2003)
Re: Verteilung Betriebssysteme (Barni-Bär, Mo, 18. August 2003)
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