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Fr, 22. August 2003, 13:05

Gemeinschaft::Personen

Linus Torvalds äußert sich zu SCOs Codeveröffentlichung

Linus Torvalds hat mit EWeek über die Codezeilen gesprochen, die zum Auftakt des SCO-Forums von den SCO-Managern McBride und Sontag [a 0.5865]der Öffentlichkeit präsentiert wurden[/a].
Von Thomas

Nach Einschätzung von Linus präsentiert der gezeigte Code einen uninteressanten grundlegenden Algorithmus für die Speicherverwaltung, der an verschiedenen Stellen, u.a. im originalen UNIX-Quelltext sowie weiteren Publikationen zu finden ist. Dieser Code wurde von Ken Thompson selbst geschrieben, ist also ca. 30 Jahre alt.

Torvalds verweist zudem darauf, dass dieser Code bereits vor der Veröffentlichung durch SCO aus dem Kernel entfernt wurde, nicht etwa aufgrund rechtlicher Bedenken, sondern weil viele Entwickler sich über die "Hässlichkeit" des Codes beschwert hatten. Er wirft SCO zudem vor, bewusst zu lügen.

Klar sei, dass dieser Teil des Codes ein Bestandteil des historischen UNIX sei und von BSD stamme. Trotzdem beharre SCO wider besseren Wissens auf der eigenen Version der Dinge. Grundsätzlich befürwortet Torvalds gegenwärtige Bemühungen aus der Open-Source- Szene, besonders von E. Raymond und Jeff Gerhardt, unter einer weniger restriktiven NDA-Vereinbarung Einsicht in die beanstandeten Quellen von SCO zu erhalten. Dies würde dann auch die Entfernung des rechtlich bedenklichen Materials ermöglichen.

Auf SCOs Einwand angesprochen, dass eine Entfernung des beanstandeten Codes technisch nicht machbar sei und keineswegs ausreiche, resümiert Torvalds: »Sie rauchen Crack...«. Er verweist darauf, dass die Behauptung, Linux enthalte 800.000 Zeilen gestohlenen Codes, ein untauglicher Versuch seitens SCOs sei, sich die Arbeit anderer Entwickler unrechtmäßig anzueignen. In diesem Zusammenhang erinnert er daran, dass er selbst beispielsweise an der Skalierbarkeit von SMP/IRQ gearbeitet habe. Eine Diskussion der Frage, ob es berechtigte Schadenersatzansprüche seitens SCO geben könne, hält er angesichts fehlender Beweise für völlig überflüssig.

Interessant dürfte in diesem Zusammenhang der Codevergleich von Greg Lehey sein, einem UNIX-Experten des BSD-Projekts. Im Gegensatz zur Analyse von Perens und anderen Entwicklern sieht er den Ursprung einiger Codezeilen als »derived from System V« und daher bereits 17 Jahre alt, also kein 1:1 Cut&Paste, wie SCO es nahelegt. Er kommt letztlich auch zu dem Schluss, dass SCO offensichtlich der Durchblick zum überzeugenden Lügen fehlt, daher räumt er der Durchsetzung von Lizenzforderungen seitens SCO auch keine große Chance ein.

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Kommentare (Insgesamt: 61 || Alle anzeigen || Kommentieren )
Re[2]: Wieso ich Microsoft mag (Microsoft Fan, Mo, 25. August 2003)
Re: sco vs sco (sackinfarkt, So, 24. August 2003)
Re: sco vs sco (sackinfarkt, So, 24. August 2003)
sco vs sco (sackinfarkt, So, 24. August 2003)
Re: Wieso ich Microsoft mag (Jackass, So, 24. August 2003)
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