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So, 7. September 2003, 19:47

Autopackage - Pakete für die Masse

Ein neues Paketformat, das in dieser Woche in der Version 0.3 vorgestellt wurde, setzt sich zum Ziel, die Installation von Applikationen auf verschiedenen Distributionen zu erleichtern.

Am Mangel an Paketformaten kann es nicht liegen, dass immer mehr Hersteller und Anwender nach einer neuen Lösung für die Distribution von Software unter Linux suchen. Was die größte Schwäche aller unter Linux verfügbaren Formate angeht, so ist es nach Meinung des Entwicklerkreises von Autopackage, die Verteilung und Bereitstellung von Anwendungen unter verschiedenen Distributionen.

TGZ, DEB, RPM, SLP und eine Vielzahl weiterer Paketformate verrichten zwar ihre Aufgabe glanzvollen auf ein und der selben Distribution, versagen aber allerdings in der Regel bei der Auflösung von Paket-Abhängigkeiten auf verschiedenen Distributionen. Der Quasi-Standard RPM, das von der LSB als zertifiziertes Format anerkannt wurde, überprüft zwar die Abhängigkeiten, verwirft allerdings einen Check der Umgebung. So ist es nicht selten der Fall, dass die Nicht-Existenz fundamentaler Bibliotheken bemängelt wird, obwohl diese bereits unter einem etwas abgeänderten Namen installiert sind.

Das mit der Endung.package ausgelieferte Autopackage-Paket stellt ein Archiv der besonderen Art dar. Die Installation beschränkt sich in der Regel auf das Setzen von Rechten und die Ausführung des »Paketes«. All jene, die eine grafische Oberfläche präferieren, können das Paket zudem durch einen Klick in einem grafischen Modus installieren. Die anschließende Installation verläuft weitgehend automatisch: Autopackage erstellt eine Liste aller bereits installierten Applikationen, Bibliotheken und globalen Pakete, wobei sich die Applikation unter anderem der bereits existierender Paketdatenbanken von RPM & Co. bedient, überprüft alle Abhängigkeiten mittels bereitgestellter Skripte, aktualisiert nach Bedarf das System und installiert das neue Paket. Was sich simpel anhört, soll auch funktionieren und die Installation von Applikationen in der Zukunft fundamental vereinfachen.

Wie der Erklärung der Autoren zu entnehmen ist, stellt Autopackage keine wirkliche Alternative zu bestehenden Formaten dar. Durch die Möglichkeit, Informationen direkt aus den Datenbankbeständen bestehender Formate zu entnehmen und durch die Tatsache, dass das Grund-System immer noch in einem der Formate installiert wird, sieht das Team die neue Applikation als eine Erweiterung der Distributionswege von Software unter Linux an. Vor allem die distributionsunabhängige Verteilung soll durch Autopackage enorm verbessert werden, was sich unter anderem durch die in der Version 0.5 geplante Netzwerkfunktionalität wiederspiegelt.

Die Zukunft von Autopackage sieht vielversprechend aus. Trotz der recht frühen Version 0.3 vermag es bereits eine Fülle von Aufgaben zu lösen. Bis zur Version 1.0 steht allerdings noch ein langer und steiniger Weg vor den Autoren und die Frage, die nicht nur sie bewegt - findet Autopackage Zuspruch bei den Distributoren von Software und Nutzern?

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