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Mo, 22. September 2003, 11:39

Gemeinschaft::Personen

Torvalds und Cox gegen Softwarepatente

In einem offenen Brief sprechen sich die wohl prominentesten Linux-Kernel-Hacker, Linus Torvalds und Alan Cox, gegen Softwarepatente in der Europäischen Union aus.

Nach Meinung der beiden zeigt die Erfahrung aus den USA, dass, anders als Industriepatente, die Patentierung von Logik- und Software-Errungenschaften nicht Innovation und Forschung anregen, sondern das Gegenteil bewirken. »Insbesondere hindern sie kleine und mittelgroße Unternehmen und Neulinge, am Markt Fuß zu fassen«, so Torvalds und Cox in einem offenen Brief. Auf Kosten der technologischen Innovation und Forschung schwächen Patente den Markt. Versuche, Konkurrenten durch Patentmissbrauch zu eliminieren, seien nach Meinung der beiden Linux-Programmierer besonders gefährlich.

Eine akute Bedrohung stellen Patente für Linux und die Freie Software dar. »Wir möchten in der Lage sein, die Welt mit Freier Software hoher Güte und Qualität zu beliefern« und »bitte machen Sie es nicht noch schwerer für uns, als es ohnehin schon ist«, schreiben Torvalds und Cox. Jeder Entwickler von freier Software wird gezwungen sein, täglich Nachforschungen anzustellen, während er an der Entwicklung von Linux arbeiten könnte.

Für die beiden Hacker stellt sich deshalb als die einzige logische Konsequenz dar, Patente auf Logik- und Software in der Europäischen Union für nichtig zu erklären und nicht zuzulassen. Während es durchaus Bereiche gibt, die einen Patentschutz dringend brauchen, sollten Algorithmen, Programme und Geschäftsmethoden von der Patentfrage befreit sein. Ferner sollte das neue Patentwesen verhindern, dass Patente für eine Blockade der Konkurrenz und des Fortschritts missbraucht werden und dass sie andere daran hindern können, Informationen auszutauschen und zu teilen.

Das Europäische Parlament will bereits an diesem Mittwoch, dem 24. September 2003, in einer ersten Lesung über die Richtlinie zur Einführung von Softwarepatenten in Europa beraten. Wie sich Softwarepatente dagegen auswirken können, führt derzeit der Fall Eolas gegen Microsoft vor: Ein Patent aus dem Jahr 1994 droht das Web zu verändern. Geht es nach Eolas, könnten Plug-ins und Programme wie Flash, Real-Filme, ActiveX oder Java schon bald aus Browsern verschwinden.

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