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Mi, 24. September 2003, 00:57

Unternehmen

Glosse: Intel-Chef warnt vor Linux

Craig Barrett, CEO von Intel, hat China, Japan und Südkorea davor gewarnt, einen »regionalen Standard« für Software zu kreieren.

Vor zwei Wochen hatten die genannten Länder vereinbart, in der Entwicklung von Applikationen, die auf Linux aufsetzen, zusammenzuarbeiten. Damit sollen die regionalen Software-Firmen gefördert werden. Ein Stück weit würden damit Rivalen aus den USA und Europa ausgeschaltet, die auf einen Massenmarkt für ihre (auf Windows beruhende) Software hoffen.

Doch Barrett, Chef des größten Halbleiterkonzerns der Welt, Intel, meint dazu: Mit solch einem Schritt würden sich die Länder von der weltweiten Entwicklung abkoppeln. Dieser Versuch sei zum Scheitern verurteilt. Japan hätte in den Achtziger Jahren ähnliches versucht, ohne Erfolg. Firmen, die für die »lokalen Standards« entwickeln, seien nicht mehr in der Lage, mit Firmen auf internationalen Märkten zu konkurrieren. Entweder müßten sie die lokalen Standards weltweit vermarkten oder zwei Standards unterstützen, was teuer sei. Daß es in vielen Bereichen konkurrierende Standards bereits gibt, versucht er herunterzuspielen.

Freilich hatte Japan in den Achtziger Jahren noch kein Linux und die ganze heute verfügbare freie Software zur Verfügung. Linux als »regionalen Standard« zu bezeichnen, zeugt zudem bestenfalls von Ahnungslosigkeit. Bei einem Marktanteil, der bei den Servern auf die fünfzig Prozent zueilt, ist Linux bereits ein weltweiter Standard, und zudem noch offen und frei.

Schon kann es sich Intel nicht mehr leisten, Linux zu ignorieren und gewährt ja auch allerhand Unterstützung, indem es z.B. Linux auf den eigenen Prozessoren lauffähig macht, ACPI beisteuert und so weiter.

Könnte Barrett denn eine brauchbare Alternative nennen? Offensichtlich denkt er an Windows. Doch es sind gerade die zahlreichen Mängel von Windows, die die Anwender hin zu Linux treiben. Schäden in Höhe von geschätzten 27,5 Milliarden USD allein für die letzte, immer noch andauernde Virus-Welle sprechen da eine deutliche Sprache. Diese Mängel sind grundlegender Art. Ihre Behebung wird, falls sie überhaupt je stattfindet, mit noch größeren Mängeln erkauft.

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