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Sa, 27. September 2003, 11:46

Unternehmen

IBMs zweiter Gegenschlag gegen SCO

IBM hat eine zweite Gegenklage gegen SCO eingereicht, die im Gegensatz zur ersten Klage nur auf Copyright beruht.

Die erste Gegenklage war weithin mit Mißmut aufgenommen worden, da IBM hierbei in erster Linie auf die Verletzung von Software-Patenten klagte. Dies war nicht nur Gegnern von Software-Patenten sauer aufgestoßen, es konnte auch den Anschein erwecken, als hätte IBM der SCO-Klage nichts entgegenzusetzen und wollte die Firma nur zum Schweigen bringen.

Nun hat IBM angekündigt, die SCO Group wegen Verletzung von Copyrights zu verklagen. SCO soll IBMs rechte verletzt haben, als es weiterhin Linux vertrieb, nachdem es bereits gegen die GPL verstoßen hatte. Ein Verstoß gegen die GPL lag vor, weil SCO von den Linux-Benutzern Lizenzgebühren forderte. Nach der GPL führt ein Verstoß gegen die Lizenz aber sofort zu deren Erlöschen. SCO hätte den Linux-Kernel also nicht mehr anbieten dürfen. Da der Kernel auch Code enthält, an dem IBM das Copyright hält, liegt also nach Ansicht von IBM ein Grund zur Klage vor.

Weiterhin will IBM seinen Kunden aber keinen Schutz vor Klagen bieten, wie ihn jüngst Hewlett-Packard anbot. Nach IBMs Meinung sind die Bedingungen für eine solche Offerte (bei HP) so eng gesteckt, daß sie die Kunden daran hindern, freie Software so zu verwenden, wie sie möchten. Aktivitäten, wie sie beim Einsatz von freier Software üblich sind, beispielsweise Modifikationen zu machen oder die Software mit anderen Produkten zu kombinieren, können bereits zum Erlöschen des Schutzes führen. IBM glaubt also nicht, daß HPs Ankündigung einen praktischen Wert hat, sondern daß sie die Kunden eher in falscher Sicherheit wiegt.

Offenbar hat die IBM-Ankündigung zu einem dramatischen Kurssturz der SCO-Aktie geführt, die innerhalb kürzester Zeit siebzehn Prozent verlor. Mit über vierzehn USD ist die Aktie jedoch immer noch erstaunlich hoch bewertet.

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