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Mi, 1. Oktober 2003, 22:09

Massachusetts will Linux einsetzen

Die Entscheidung von Massachusetts, in der Verwaltung verstärkt auf Linux zu setzen, hat zu harten Auseinandersetzungen zwischen Befürwortern und Gegnern freier Software geführt.

Die Entscheidung war am 25. September gefallen und soll dem Staat nicht nur Geld sparen, sondern auch die Philosophie verwirklichen, daß das Eigentum des Staates der Öffentlichkeit gehört und offen für alle sein soll. Was diese Entscheidung genau bewirken wird, ist noch nicht bekannt, auch wenn die Gegner schon angebliche Fakten nennen.

Der Council for Citicens Against Government Waste (CAGW), eine Organisation, die staatliche Verschwendung anprangert, sieht darin ein neues Monopol und Verschwendung von Steuergeldern. Die Aussagen der Organisation sind allerdings so abstrus, daß man sich fragen muß, ob die Verantwortlichen überhaupt noch zurechnungsfähig sind. »Proprietäre Anbieter werden effektiv ausgeschlossen, was den Wettbewerb begrenzt und die Kosten erhöht.« »Es ist ironisch, daß Massachusetts, der letzte Staat, der die Klage gegen Microsoft wegen Wettbewerbsverletzung aufrecht erhält, sein eigenes Software-Monopol erzeugt.« »Die alte Sowjetunion hätte das nicht besser hinbekommen.« »Massachusetts zeigt sich als technisch unfähigster Staat der USA.«

Mit solchen Aussagen diskreditiert sich die Vereinigung bereits selbst. Dazu werden Scheinargumente aufgefahren, beispielsweise daß die Wartung und Update von Linux sehr teuer werden könnte. Die Wartung, Training und Support seien generell teurer als bei proprietärer Software - eine lächerliche Aussage, denn alle nicht von Microsoft bezahlten Studien lassen das Gegenteil erwarten.

Eine gegenteilige Meinung kommt von Eric Raymond, dem Präsident der Open Source Initiative. Die CAGW-Presseerklärung lese sich wie von Microsoft diktiert. Die darin enthaltenen Behauptungen seien betrügerisch.

Eine Suche auf Media Transparency, durchgeführt von einem Leser der Linux Weekly News ergab interessante Verbindungen zu Rechtsaußen-Organisationen. Der CAGW erhielt Spendengelder sowohl von der John M. Olin Foundation als auch von der Lynde and Harry Bradley Foundation. Die gleichen Geldgeber unterstützten auch die Alex de Tocqueville Institution, die eine Studie voller Falschaussagen über freie Software veröffentlicht hatte. Eine Verbindung zu Microsoft ist, außer daß die Firma davon offensichtlich profitiert, nicht bekannt. (Dank an Reiner Schischke.)

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