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Do, 30. Oktober 2003, 00:50

Gesellschaft::Politik/Recht

SCO: GPL ist verfassungswidrig

In ihrem Rechtsstreit mit IBM, schlägt die SCO Group neue Wege ein und greift die GNU General Public License (GPL) und die Free Software Foundation (FSF) an.

Es war nur eine Frage der Zeit, bis die Strategie des omnipräsenten und von der Börse geliebten (Pro-Linux berichtete) Unternehmens von reinen Angriffen gegen IBM und diversen Unternehmen sich Richtung der GPL und freier Software verschieben wird. Wie nun den neuesten Unterlagen im Streit zwischen SCO und IBM, die SCO beim US District Court in Utah einreichte, hervorgeht, hält das Unternehmen die GPL für eine Bedrohung nicht nur der eigenen Strukturen, sondern der kompletten Wirtschaft. Demnach sei die GPL laut Aussage von SCO verfassungswidrig und verstoße gegen eine Vielzahl US Amerikanischer Gesetze wie dem Urheber-, Wettbewerb- und Exportrecht-Gesetz. Der Mangel an einer juristisch greifbaren Person, die von Unternehmen im Falle des Falles vor einem Gericht zitiert werden kann, macht es Firmen unmöglich ihre Rechte durchzusetzen.

Schon früher äußerte SCO Zweifel an der Wirksamkeit der GPL-Lizenz und erklärte diese mehrfach für ungültig. Bei ihrem neuesten Vorstoß geht die Gruppe allerdings einen neuen Weg und versucht dem Anschein nach gerichtlich eine Unwirksamkeit der GPL in den USA durchzusetzen. Ob dieses Vorhaben allerdings vom Erfolg gekrönt wird, ist bei vielen Rechtsgelehrten und Experten fraglich. So sieht David Byer, Experte in Rechtsfragen und Partner von Testa Hurwitz & Thibeault, als eines der Probleme der GPL, die Tatsache an, dass die Lizenz noch nie einer gerichtlichen Prüfung standhalten musste. Eben Moglen, Professor an der Columbia Law School blickt einer Überprüfung allerdings gelassen entgegen. Nach Meinung von Moglen kollidiert die Verteilung, Änderung oder das Kopieren von Quellcode in keinster Weise mit der Verfassung, noch mit irgend einem Gesetz in den Vereinigten Staaten. »Es ist Bockmist«, so Moglen zu SCOs Argumentation.

SCO selbst hält sich dagegen bedeckt. So kündigte die Gruppe lediglich an, dass weder die FSF noch eine andere Organisation in den Vereinigten Staaten den Copyright regeln kann. »Artikel 1 Sektion 8 des U.S. Copyright Gesetzes sagt, dass der Kongress die Regulierung der Rechte übernimmt«, vermeldet SCO. Prekär: Während SCO Salven gegen die GPL abfeuert, verkauft und bewirbt das Unternehmen weiterhin Applikationen die unter der freien Lizenz veröffentlicht wurden. So stellte SCO im Rahmen einer Präsentation einer neuen Version des SCO Openservers als einen der Highlights Samba in der Version 3 vor und handelte sich prompt massive Kritik aus dem Lager der Entwickler ein. Die Benutzung von Freier Software auf einer Seite und die ständigen Attacken auf der anderen, sind der »Ingebgriff an Heuchlerei«, so die Samba-Community.

Klarheit zu schaffen scheint SCO noch nicht gewillt zu sein. So versprach das Unternehmen auf der CDXpo in Las Vegas mehr über die Problematik der GPL zu verraten. In einer Mitteilung an die Presse kündigte die Gruppe lapidar die weitere Vorgehensweise an und versprach der Journaille und dem Publikum zu gegebener Zeit die von Linux und der GPL ausgehenden Gefahren vorzustellen.

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