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Fr, 31. Oktober 2003, 00:13

Software

Vietnam will freie Software einsetzen

Die vietnamesische Regierung will »Microsoft Schritt für Schritt eliminieren«.

Dies ist Vietnams Antwort auf das Problem, daß der Großteil der eingesetzten Software illegal kopiert ist. Vietnam ist gezwungen, gegen die Raubkopien vorzugehen, um sein Ansehen und damit seine Wirtschaft nicht Schaden nehmen zu lassen. Denn im Jahre 2001 schloß man ein Handelsabkommen mit den USA, das die Verpflichtung enthält, die Raubkopien zu bekämpfen. Nur bei Einhaltung dieser Verpflichtung wird Vietnam im Jahre 2005 der Welthandelsorganisation beitreten können.

Freie Software ist im Prinzip die einzige Alternative zu Raubkopien für das Land. Das durchschnittliche Jahreseinkommen liegt bei 420 USD, Windows und Office würden zusammen mindestens 140 USD kosten. Nur zwei der achtzig Millionen Einwohner haben einen Computer.

Raubkopien werden in Vietnam weithin als Kavaliersdelikt angesehen. Dementsprechend sind Windows und MS Office weit verbreitet, aber in 97 Prozent aller Fälle nicht lizenziert. Es wird nicht leicht sein, die Anwender zum Wechsel auf freie Software zu bewegen, solange Raubkopien gefahrlos benutzbar sind. Das Ministerium für Wissenschaft und Technologie will es jedoch versuchen. Der Plan ist, alle staatlichen Firmen und Behörden zu verpflichten, ab 2005 nur noch freie Software einzusetzen. Zudem sollen in Vietnam hergestellte Rechner mit vorinstallierter freier Software ausgeliefert werden. Um der Jugend den Umstieg schmackhaft zu machen, sollen im nächsten Jahr 5.000 Computer mit freier Software an die Schulen des Landes verteilt werden.

Das Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen hat die Regierung in Vietnam ermuntert, dieses Vorhaben anzugehen. »Sie sind sehr ernsthaft mit dem, was sie da tun«, sagt Vern Weitzel, ein UNDP-Mitarbeiter, über die Vietnamesen. Linux und OpenOffice wurden offenbar bereits an die vietnamesische Sprache angepaßt. (Dank an Reiner Schischke und Andreas Wozniak.)

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