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Mo, 10. November 2003, 12:47

Unternehmen

SCO gegen Hollywood

Einem Artikel von Forbes zufolge will die SCO Group nun auch Lizenzgebühren von großen Filmstudios für ihren Einsatz von Linux auf Servern sehen.

Kaum ist die letzte Schlagzeile verklungen, feuert der vermeintliche Unix-Inhaber und Linux-Teilinhaber aufs Neue. Diesmal suchte sich das Unternehmen Hollywood aus und fordert Lizenzgebühren von Filmstudios für ihren Einsatz von Linux bei der Produktion von Filmen. Bei der Begründung des Vorhabens schlägt Darl McBride, SCOs CEO, in dieselbe Kerbe wie einst die Musik- und nun auch die Film-Industrie. So vertritt SCO die Meinung, dass es nicht sein kann, dass Hollywood-Studios ihre Filme vor dem Kopieren schützen wollen, sich aber selber nicht an das Copyright halten. Als heuchlerisch bezeichnete dabei McBride die Vorgehensweise der Filmindustrie.

Die Traumfabrik setzt nicht erst seit gestern bei der Produktion von Filmen auf das Linux. Mit der Veröffentlichung prominenter Vertreter der 3D-Modelling-Zunft wie Softimage, Maya oder Houdini und der Vorstellung von PRMan (Pixar RenderMan) unter Linux greifen die Studiobosse zunehmend auf Linux zu. Der Preislisten-Vorteil von Linux, die sehr niedrigen Lizenzkosten und eine perfekte Netzwerkunterstützung lassen zunehmend mehr Animationsfirmen Linux in sogenannten Renderfarmen einsetzen. Renderfarmen sind vernetzte Computer, die gemeinsam an einer Szene rechnen und so die Zeit für die Berechnung deutlich reduzieren. Diesen Umstand will sich nun SCO zunutze machen und verlangt von den Studios, eine lizenzierte Version von Linux von SCO zu erwerben.

Sollte es zu einer Zahlung kommen, wäre es in der Tat teuer für die Studios. Allein Sony Imageworks setzt laut Angaben von Forbes Linux auf 1400 Dual-Xeon-Servern ein. Bei einem Preis von 699 USD pro Prozessor würde sich der Einsatz von Linux verheerend auf die Bilanzstatistik auswirken. Kaum verwunderlich deshalb, dass die Resonanz auf das Getöse von SCO in Hollywood eher verhalten ausgefallen ist. Keines der angesprochenen Studios zeigte sich bereit, SCOs Forderungen zu akzeptieren und entsprechenden Lizenzforderungen Folge zu leisten.

Unterdessen gehen immer mehr Beobachter davon aus, dass SCOs Treiben als versteckte Aufforderung gewertet werden soll, die SCO Group zu übernehmen. Laut einem Bericht des Wall Street Journal würde von solch einem Aufkauf neben dem Management von SCO auch die Anwaltskanzlei Boies, Schiller & Flexner, die SCO vertritt, profitieren. Bei einer Übernahme der SCO Group würden laut Angaben des Blattes mindestens 49 Millionen USD auf das Konto der Kanzlei fließen.

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Kommentare (Insgesamt: 30 || Alle anzeigen || Kommentieren )
sco (Axel, Di, 11. November 2003)
Re: Wenn IBM sie nicht bald übernimmt, (khnz, Di, 11. November 2003)
Re[2]: Wenn IBM sie nicht bald übernimmt, (ano, Mo, 10. November 2003)
Seuche (bemos, Mo, 10. November 2003)
Und trotzdem hilft es nix. (Michael D., Mo, 10. November 2003)
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