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Do, 13. November 2003, 07:32

Software::Netzwerk

Kopie-Vorwürfe gegen Apache

Die Hersteller des J2EE-Servers JBoss haben durch ihre Anwälte Vorwürfe gegen die Apache Software Foundation (ASF) erhoben, wonach die Implementierung von »Geronimo« Code-Teile des ebenfalls im Quellcode veröffentlichten JBoss enthält.

Wie die Anwälte der JBoss Group der Apache Software Foundation (ASF) mitgeteilt haben, fand die Institution gleich mehrere Stellen mit identischen Code-Passagen sowohl in JBoss wie auch im Geronimo-Server. In einem neunseitigen Schreiben führt JBoss zahlreiche Vergleiche der beiden Server auf und kommt zum Schluss, dass der Transfer des Codes von JBoss zu Geronimo erfolgt sei. Prekär: Beide Projekte stehen unter einer freien Lizenz und können im Quellcode vertrieben werden. Der Knackpunkt stellt allerdings die Art der Lizenzen dar. Während der JBoss Server unter der GNU Lesser General Public License (LGPL) vertrieben wird, wählte die Apache Software Foundation für ihr Produkt die Apache License aus. Beide Lizenzen sind allerdings nach Meinung der Anwälte zueinander nicht kompatibel und ein Transfer des Codes, der unter einer LGPL-Lizenz veröffentlicht wurde, in eine unter der Apache-Lizenz stehende Applikation nicht erlaubt.

Das harte Vorgehen der JBoss Group überrascht, liefert es vor allem der SCO Group Wasser auf die Mühlen für ihre immer lauter werdenen Vorwürfe gegen freie Software. Die Gruppe hatte den Kernel-Entwicklern vorgeworfen, unerlaubt Code-Fragmente des System V, auf das SCO Anspruch erhebt, in den Kernel eingeschleust zu haben und pocht seitdem auf Lizenzzahlungen.

Warum die JBoss Group einen solchen Weg wählte, lässt sich dagegen nur mit der Tatsache erklären, dass im Gegensatz zu der Apache Software Foundation die JBoss Group eine kommerzielle Organisation ist. Durch den Verkauf von Schulungen und Applikationen sichert die Gruppe die Weiterentwicklung des Servers.

Wie den ersten Reaktionen der Geronimo-Entwickler zu entnehmen ist, wird im Moment nach dem Urheber der Passagen gesucht. In einem Ruf an alle Entwickler will die Gruppe die Rechtmäßigkeit der Passagen prüfen und den Original-Autor ausfindig machen. (Dank an Magnus Sardy.)

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Kommentare (Insgesamt: 24 || Alle anzeigen || Kommentieren )
Re[2]: Vergleich mit SCO ist albern (Alex, Do, 13. November 2003)
Re[2]: Vergleich mit SCO ist albern (Catonga, Do, 13. November 2003)
Re[2]: Vergleich mit SCO ist albern (Thomas, Do, 13. November 2003)
Re: Vergleich mit SCO ist albern (maestro alubia, Do, 13. November 2003)
Re[2]: genau umgekehrt (wolfgang hamburg, Do, 13. November 2003)
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