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Mi, 19. November 2003, 13:33

Unternehmen

SCO gegen den Rest der Welt?

In diversen Interviews hat SCO angekündigt, seine Angriffsfelder auszuweiten und Novell wegen Vertragsbruch zu verklagen, sollte das Unternehmen wie geplant SUSE übernehmen.

Weitere Firmen sind bereits im Visier von SCO. Wie der Geschäftsführer der Santa Cruz Operation (SCO) bekannt gab, schließt das Unternehmen im Falle einer Übernahme von SUSE Klagen gegen Novell nicht aus. Dabei will sich das Unternehmen auf ein 1995 geschlossenes Nicht-Konkurrenz-Abkommen mit Novell stützen, wonach Novell der Gruppe im Linux und Unix-Markt keinen Wettbewerb machen darf. Laut Aussagen von SCO-CEO Darl McBride stellt das Abkommen einen Teil des Unix System V-Deals dar, das SCO mit Novell abgeschlossen haben soll. Ferner ist McBride fest davon überzeugt, dass weder SUSE noch Novell berechtigt sind, Linux zu vertreiben. Der Gegenstand der Aussage sind Forderungen seitens SCO an IBM und die ständigen Beteuerungen des Unternehmens über angebliche und noch nicht bewiesene Lizenzbrüche am Linux-Kernel.

Um das Bukett an Drohungen perfekt zu machen, will der Manager laut einem Bericht auf CNET gleich prophylaktisch mehrere Unternehmen verklagen. So kündigte McBride nach Informationen des Tickers an, mehrere große Unternehmen, die Linux im großen Stil einsetzen, vor den Kadi zu zitieren. Binnen der kommenden 90 Tage sollen 1500 Firmen vor Gericht gezerrt und wegen Lizenzbruch belangt werden, so der Wunsch des Unternehmens.

Laut McBride ist es nun an der Zeit, nicht auf die anhängende Klage gegen IBM zu warten, sondern den Fokus auf die Endnutzer zu richten, vor allen Dingen auch, weil die Copyrightangelegenheiten viel weniger kompliziert sind als die IBM-Debatte. Damit erhofft sich SCO schon bald, den immer noch an SCO glaubenden Analysten wie der Deutschen Bank (die ihrerseits von IBM vor ein Gericht zitiert wurde) erste Erfolge vermelden zu können. »Ich denke, dass es gut für uns alle ist, etwas zu schließen«, so McBride. »ISVs, Endbenutzer und Kunden - sie alle wünschen sich eine aufgeräumte Situation«.

Im Klartext erhofft sich SCO von einer Klage gegen andere Firmen einen Präzedenzfall zu schaffen und außer heißer Luft auch gerichtlich geprüfte Druckmittel in der Hand zu haben. Ob dafür sich SCO aber wirklich die großen der Branche aussuchen wird, ist eher fraglich. Angesicht der Blockade-Haltung von IBM wäre ein zweiter Streit gegen einen Branchenriesen fatal für SCO, würde dieser wohl die gleiche Strategie wie IBM annehmen und einen zweiten Langzeit-Rechtsstreit vom Zaun brechen.

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