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Do, 4. Dezember 2003, 23:14

Erster Entwurf des UserLinux-Konzeptes

Bruce Perens hat das Konzept von UserLinux konkretisiert, das die seiner Ansicht nach gestörten Verhältnisse von Linux in Unternehmen zurechtrücken soll.

Ausgangspunkt ist die zunehmende Kommerzialisierung von Linux durch Firmen wie Red Hat, SuSE und Sun. Plötzlich sind für Linux Lizenz- und Supportkosten pro Arbeitsplatz erforderlich, obwohl sich das System auf beliebig vielen Rechnern installieren ließe. In Einzelfällen können die Kosten höher liegen als die von Windows. Schuld sind nach Perens' Ansicht die Distributoren, die ihren Wert für die Aktionäre erhöhen wollen.

Dies hat, so Perens, schon jetzt negative Auswirkungen auf die weitere Verbreitung von Linux in Unternehmen. Außerdem können die kommerziellen Distributoren nicht auf die individuellen Anforderungen von einzelnen Unternehmen Rücksicht nehmen, die Linux einsetzen wollen. Sie wollen die Kunden in eine Abhängigkeit bringen. Dies steht im Widerspruch zu den Zielen der Entwickler, die ihre Software ja gerade für jedermann verfügbar und frei kopierbar machen wollen.

Die Lösung ist nach Perens' Ansicht eine neue Distribution und eine Reihe von Dienstleistungs-Unternehmen um diese herum. Eine Industriegruppe soll bereits eine Million US-Dollar oder mehr pro Jahr zugesichert haben, um die Distribution zu entwickeln. Diese Gruppe betreibt rund 50.000 Rechner. Die Kosten pro Rechner würden damit für sie weit unter denen liegen, die sie für ein kommerzielles Linux zahlen müßten.

Perens schlägt eine nicht gewinnorientierte Organisation vor, die für die Distribution verantwortlich sein soll. Dienstleistungs-Firmen sollen den Support und individuelle Anpassungen leisten.

Für welche Firmen könnte das Projekt interessant sein? Für alle, die ein preisgünstiges und zverlässiges System wollen, sagt Perens. Die großen Anbieter werden sich wohl erst einmal fernhalten, doch sollen Connectiva und Voxel, zwei Internet-Provider, Interesse gezeigt haben. Alle auf Debian aufbauenden Firmen und Organisationen sind ebenfalls Kandidaten.

Die Distribution, bis zum Finden eines besseren Namens UserLinux genannt, wird auf Debian aufbauen und die nötigen Änderungen direkt in Debian einfließen lassen. Die Ziele von UserLinux seien verträglich mit dem Debian-Gesellschaftsvertag. Es soll zwei Varianten geben, eine für Server und eine für Desktops. Bei der Softwareauswahl sollen Redundanzen vermieden werden. Es wird also nur eine Desktop-Oberfläche, ein Mailprogramm usw. geben, jedoch kann dies durch Dienstleister oder individuell variiert werden. Die Erstinstallation von den CDs soll vollautomatisch laufen.

Auch zur Standardisierung und Zertifizierung hat sich Perens bereits Gedanken gemacht. Besonders die Linux Standard Base soll unterstützt werden. Perens verbindet seinen Entwurf mit recht harscher Kritik an Fedora und UnitedLinux. (Dank an Walter J. Ferstl und Reiner Schischke.)

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