Login
Login-Name Passwort


 
Newsletter
Werbung

Do, 18. Dezember 2003, 10:10

Software::Kernel

Linux Kernel 2.6

Die Freigabe von Kernel 2.6.0 hat eine neue Ära eingeläutet - Linux ist nun sowohl auf sehr kleinen (eingebetteten) als auch auf sehr großen Systemen (SMP-Maschinen mit 64 und mehr Prozessoren) besser einsetzbar als je zuvor.

Kernel 2.6.0 ist das Resultat von über zwei Jahren Arbeit, die im November 2001 mit der gleichzeitigen Freigabe von Kernel 2.4.15 und 2.5.0 begann. Bereits ein Jahr später waren alle grundlegenden Änderungen gemacht. Seit einem Jahr waren die Entwickler also fast nur noch damit beschäftigt, die Fehler auszumerzen und die Stabilität zu erhöhen.

Für die Skalierbarkeit nach unten sorgt unter anderem die Möglichkeit, den Kernel durch Weglassen von Features zu verkleinern. Das uClinux-Projekt wurde integriert und ermöglicht das Ausführen von Linux auf Systemen, die keine Hardware-Speicherverwaltungseinheit haben. Ein solcher Kernel ist etwas kleiner und schneller als der Standardkernel, kann jedoch die einzelnen Prozesse nicht vollständig voneinander abschotten.

Nach wie vor setzt der Kernel 32- oder 64-Bit-Prozessoren voraus. Gegenüber Kernel 2.4 kamen die Architekturen arm26 und v850 hinzu. Außerdem wurde User Mode Linux (UML) integriert.

Die Skalierbarkeit nach oben wurde durch viele Änderungen und Verbesserungen erreicht. War Kernel 2.4 noch auf 32 bis 64 Prozessoren limitiert und unterstützte nur ungefähr ein Maximum von acht Prozessoren optimal, so läuft Kernel 2.6 auf SMP-Systemen beliebiger Größe wie den Altix-Systemen von SGI, die es mit 64 oder mehr Prozessoren gibt. Kernel 2.6 weiß auch Speichertypen mit unterschiedlichen Zugriffszeiten zu unterscheiden (NUMA) und optimiert die Speicherverwaltung entsprechend. Ein weiterer Punkt ist die Überarbeitung der Block-I/O-Schicht, die dramatische Verbesserungen der Performance bringt.

Auf für den Desktop und kleine Server hält Linux 2.6 zahlreiche Verbesserungen bereit. Hyperthreading, schon in Kernel 2.4 vorhanden, wird besser unterstützt. USB 2.0 ist da. Für bessere Interaktivität sorgt nicht nur der O(1) Scheduler, sondern auch die optionale Unterbrechbarkeit des Kernels (Preemptive Kernel) und die Verkleinerung der Zeitscheibe von zehn Millisekunden auf eine. Die Einführung von »Fast User-Space Mutexes« (Futexes) bringt weitere Verbesserungen. Auch Threading, insbesondere mit der neuen Native POSIX Thread Library (NPTL) profitiert von den Kernel-Änderungen.

Zahlreiche neue Treiber sind wie immer mit dabei. Besonders die Integration des Soundsystems ALSA war schon lange herbeigesehnt worden.

Viele Verbesserungen an den Dateisystemen von Linux haben Einzug gehalten. Mit ext3, Reiserfs, JFS und XFS stehen vier Journal-Dateisysteme zur Auswahl. NTFS wird nicht nur lesend, sondern jetzt auch schreibend unterstützt.

Zahlreiche weitere Features sind in Kernel 2.6 eingeflossen, darunter Unterstützung für virtuelle Server, Sicherheitsmodule und Krytografie, IPsec in einer neuen Implementierung, neues Kernel-Konfigurations- und Build-System und ein neues Gerätemodell. Für weitere Informationen bietet Kernelnewbies.org eine gute Ausgangsbasis. Der Umstieg auf Kernel 2.6 ist wegen der Änderungen in der Aufteilung und Benennung von Modulen nicht unbedingt einfach. Wer nicht warten will, bis seine Distribution ein einfaches Update-Paket anbietet, sollte die Dokumentation zu Rate ziehen.

Werbung
Pro-Linux
Pro-Linux @Facebook
Neue Nachrichten
Werbung