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Mi, 7. Januar 2004, 16:57

iTunes-Songs unter Linux

Jon Lech Johansen hat eine VideoLan-Erweiterung veröffentlicht, mit der Musikstücke aus dem iTunes Music Store abgespielt werden können.

Der norwegische Programmierer Jon Lech Johansen ist weithin bekannt als jüngst den Klagen der DVD-Industrie endgültig entkommener DeCSS-Mitentwickler. Nun hat er in einem neuen Streich eine Erweiterung für VideoLAN veröffentlicht, mit der offiziell aus Apples Online-Musikshop iTunes Music Store erworbene Stücke auch unter anderen Systemen als Windows und Mac OS abgespielt werden können.

Die Saga begann Anfang 2000. Die norwegische Wirtschaftspolizei durchsuchte ein Haus einige Autostunden südwestlich Oslos und beschlagnahmte die beiden Computer des damals 16 Jahre alten Jon und dessen Mobiltelefon. Der Filmindustrie gilt er als ein gefährlicher Gegner, der ihnen einen Millionenschaden brachte und den sie dafür bestraft sehen wollte. Für Open-Source-Vertreter, die auch unter Linux, BSD und anderen Systemen DVD-Filme sehen wollten, war der DeCSS-Mitentwickler ein Held. Wie es nun aber für Helden üblich ist, wiederholt »DVD-Jon« sein Vorstoß.

Nachdem Johansen bereits im Spätherbst 2003 das DRM (Digital Rights Management) von iTunes außer Gefecht gesetzt und ein kleines Tool unter Windows geschrieben hatte, das Stream-Dateien im normalen AAC-Format auf die Festplatte speichert, will er nun auch einen Weg herausgefunden haben, um iTunes-Stücke auch unter nicht offiziell unterstützen Systemen abzuspielen. Wie er dem Online-Magazin »The Register« mitteilte, brauchte er nur ein wenig länger. Dabei bedient sich Johansen VideoLAN, den er in der Vergangenheit bereits auf Mac OS X portierte und der im Gegensatz zu iTunes nicht nicht nur für Windows- und Mac OS-Systeme, sondern für eine Vielzahl von Plattformen verfügbar ist.

Normalerweise werden iTunes-Dateien an einen bestimmten Computer gebunden. Johansen will allerdings herausgefunden haben, dass der System-Schlüssel, der sicherstellen soll, dass ein Stück nur auf einem Rechner eingesetzt werden kann, aus der Seriennummer des Festplattenlaufwerks, BIOS-Version, CPU-Name und der Windows-ID gebildet wird. Diese Nummer wird nun unter VideoLAN unter Windows in eine Datei geschrieben und später auf anderen Systemen von VideoLAN gelesen. So ist es möglich, Stücke die normalerweise nur unter Windows abgespielt werden können, wahlweise auch unter anderen Systemen zu hören.

Johansen selbst ist nun gespannt auf die Reaktion von Apple: Jetzt werden wir herausfinden, was Apple wirklich über 'Fair Use' denkt."

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Kommentare (Insgesamt: 17 || Alle anzeigen || Kommentieren )
Re[2]: Warum gute Arbeit? (s., Di, 17. Februar 2004)
Re: Warum gute Arbeit? (Reen, Di, 10. Februar 2004)
Warum gute Arbeit? (rfhg, Sa, 10. Januar 2004)
Re[6]: erster :-) (JJ, Do, 8. Januar 2004)
Re[6]: erster :-) (JJ, Do, 8. Januar 2004)
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