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Do, 22. Januar 2004, 16:39

Gesellschaft::Bildung

Kein Linux im polnischen Ministerium für Bildung

Das polnische Parlament hat mit 316 Stimmen gegen eine Änderung bestehender Gesetze gestmmt, welche einen größeren Einsatz von Linux- und Open-Source-Anwendungen im Ministerium für Bildung bezweckten.

Lediglich 90 Abgeordnete folgten dem Aufruf des Parlamentariers Antoni Stanislaw Stryjewski, wonach das polnische Ministerium für Bildung verstärkt freie Software nutzen sollte. Ferner forderte Stryjewski, alle Standards des Bildungs-Systems in einer kostenfreien Spezifikation zu veröffentlichen und somit auch anderen Firmen und Open-Source-Applikationen Zugang zu gestatten. Vergebens, wie die Abstimmung zeigte. Von insgesamt 413 Abgeordneten stimmten satte 316 Vertreter gegen eine Erweiterung des Gesetzes.

Wie nun der polnische Nachrichtenticker LinuxNews.pl mutmaßt, scheint die Ursache für die Misere aus Sicht der polnischen Linux- und Open-Source-Nutzer die totale Desinformation und ein gravierender Mangel an Sachkenntnis zu sein. »Die Aussagen der Ministerin sind ein Sammelsurium verschiedener Begriffe, Retorik a'la Walesa und kompletter Unsinn«, so der Ticker.

Die als Expertin betrachtete Hanna Kuzinska, Ministerin für Bildung und Sport (Podsekretarz Stanu w Ministerstwie Edukacji Narodowej i Sportu), schien bei der Abstimmung in der Tat keinen guten Tag gehabt zu haben. So stellte die Ministerin fest, dass »90 Prozent der Software in Europa in Microsoft Office geschrieben wird und nur ca. 5 Prozent in Linux«. Aus Sicht der Ministerin wäre es zudem fatal, Spezifikationen zu veröffentlichen. Kuzinska scheint vor allem um die Sicherheit der Daten besorgt zu sein. »Erst verschlüsseln wir unsere Daten und dann zeigen wir im Internet wie alles entschlüsselt werden kann«, stellt die Ministerin fest und findet es einfach nur »unlogisch« die Spezifikationen zu veröffentlichen. Versuche, sie umzustimmen und den Unterschied zwischen Spezifikation, Quellcode und Daten zu erläutern, schlugen fehl.

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