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Mi, 11. Februar 2004, 00:39

Unternehmen

SCO in voller Fahrt Richtung Wand

Die SCO-Kampagne hat bereits ein Rad verloren und fährt nun geradewegs auf die Wand zu, so drückt es Rechtsprofessor Eben Moglen, Berater der FSF, aus.

Diese Beschreibung hat Moglen in seinem jüngsten Papier für die OSDL, Now They Own It, Now They Don't, gefunden. Seiner Meinung nach könnte Novells Behauptung, weiterhin das Copyright an UNIX zu besitzen, zutreffen, und damit alle SCO-Ansprüche im Keim ersticken. SCO hatte wegen dieser Behauptung am 20. Januar Novell verklagt. Dies war laut Moglen SCOs einzige Möglichkeit, das Verfahren gegen IBM noch zu retten, doch die Klage gegen Novell zerstört die SCO-Lizenzkampagne genauso. Denn bevor nicht klar vor Gericht bewiesen ist, daß SCO tatsächlich das Copyright hat, wird niemand auch nur einen Cent an SCO zahlen. Denn es birgt keinerlei Risiko, die SCO-Forderung abzulehnen.

Dies wird, folgert Moglen, das Ende von SCO sein. Denn wenn auf absehbare Zeit keine Lizenzeinnahmen an SCO fließen, wird die Firma sowohl ihren Geldgebern als auch der US-Aufsichtsbehörde einiges zu erklären haben. Nach Moglens Ansicht ist das Ende bereits in Sicht.

Die Vorstellung vor Gericht, wo am 6. Februar eine Anhörung im Verfahren gegen IBM stattfand, war auch nicht gerade dazu geeignet, SCO voranzubringen. Eine Mitschrift der Anhörung ist auf GrokLaw verfügbar und scheint, auch wenn sie viel zu lesen ist, zu zeigen, daß SCO der Anordnung des Gerichts nicht vollständig gefolgt ist. Dieses hatte verfügt, daß SCO Beweise für die Anschuldigungen an IBM vorzulegen habe. Die absurde Forderung von SCO, daß IBM den Quellcode von AIX und Dynix aushändigen solle, damit SCO die behaupteten Copyright-Verletzungen nachweisen könne, wurde von der Richterin abgewiesen. Bemerkenswert ist auch der Ausspruch von SCO-Anwalt Heise: »Nicht alles, was sie [IBM] in Linux gesteckt haben, ist öffentlich.«

Weiteres Ungemach droht SCO aus Australien. Eine Firma aus Perth hat ein Ultimatum gestellt, daß SCO Australien bis 13. Februar die Behauptung zurücknehmen soll, es besitze Copyrights auf den Linux-Kernel. Der Inhaber der Firma bezeichnet diese Behauptung als betrügerisch. Falls SCO sie nicht genauso öffentlichkeitswirksam zurücknehme, wie sie verkündet wurde, werde er eine Klage wegen Betrug anstrengen.

Dessen ungeachtet hat die SCO Group ihre Forderungen an IBM auf fünf Milliarden US-Dollar hochgeschraubt. IBM hätte nach dem »Lizenzentzug« im letzten Jahr AIX nicht mehr weiter vertreiben dürfen, so die Begründung. Offenbar ging auf der stark abschüssigen Strecke nicht nur ein Rad, sondern auch die Bremse verloren.

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Kommentare (Insgesamt: 36 || Alle anzeigen || Kommentieren )
Re[3]: An ne finanzielle Pleite glaub' ich nic (dem Suchenden, Sa, 14. Februar 2004)
Re[2]: An ne finanzielle Pleite glaub' ich nic (Burgerkind, Sa, 14. Februar 2004)
Re[7]: Ist das Politik? (Mario Schmidt, Do, 12. Februar 2004)
Re[4]: Arme Mitarbeiter von SCO (Stefan, Do, 12. Februar 2004)
Re[3]: Arme Mitarbeiter von SCO (Captn Difool, Do, 12. Februar 2004)
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