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Mi, 18. Februar 2004, 17:12

Software::Desktop

XFree86 4.4: Ablehnung wächst

Nachdem das XFree86-Projekt Ende Januar 2004 eine Änderung seiner Lizenz durchgeführt hat, zeigt dies nun erste Auswirkungen, und nach Mandrake werden wohl auch Debian, Fedora, Gentoo und OpenBSD vorerst auf den Einsatz der neuen Version des Servers verzichten.

Die Reaktionen auf die Änderung der Lizenzbestimmungen der kommenden Version von XFree86 könnten nicht unterschiedlicher ausfallen. Während die Nutzerschaft eher verhalten reagierte, zeigten sich die Medien und Entwickler wie Alan Cox über die Meldung besorgt. Die in Österreich erscheinende Zeitung »Der Standard« sieht nun in der Änderung der Lizenz Indizien dafür, dass »XFree86 sich sein eigenes Grab schaufelt«.Wie der durchaus sehr liberalen neuen Lizenz entnommen werden kann, können alle Programme unter der Lizenz ohne Veröffentlichung des Quellcodes verändert, vertrieben und beworben werden. Neu hinzugekommen ist allerdings eine Klausel, die besagt, dass jede Distribution und jedes Produkt, das XFree86 enthält, einen Verweis auf XFree86 entweder in der Dokumentation oder in der Applikation selbst anbringen muss. Das ist problematisch, wie nun die Distibutoren zeigen.

So meldete sich Mandrake zu Wort und kündigte an, die Version 10 der Distribution nicht mit der neuesten Version von XFree86 ausliefern zu wollen, sondern die ältere Version 4.3 zu nutzen, die noch unter der alten XFree86-Lizenz veröffentlicht wurde. Um die neue Version 4.4 einsetzen zu können, müsste Mandrake laut Aussagen von Simon Oosthoek eine Vielzahl von Dateien und Teile der Dokumentation anpassen. Dafür sei zum einen die Zeit bis zum Erscheinen von Mandrake Linux 10.0 zu kurz, zum anderen muss noch die Kompatibilität zur GPL geklärt werden. Oosthoek fordert deshalb die XFree86-Entwickler auf, sich gegen die Lizenzänderung zu wehren und notfalls ein neues Projekt zu unterstützen, das auf dem Release Candidate 2 von Xfree86 4.4 basieren wird.

Eine ähnliche Problematik scheinen auch die anderen Distributoren in der neuen Lizenz zu erkennen. Mike A. Harris von Red Hat sieht in der neuen Lizenz durchaus problematische Stellen und schlägt deshalb vor, als Lösung mehrere Instanzen von XFree86 in die Distribution auszunehmen. Vorerst wird allerdings Red Hat auf eine Redistribution von XFree86 4.4 verzichten und statt dessen auf die alte Version zurückgreifen.

Auch Debian sieht im Moment problematische Stellen in der neuen Lizenz und stoppt die Auslieferung. »Debian wird nichts vertreiben mit der Lizenz 1.1, Punkt«, so Daniel Stone auf der freedesktop.org-Liste. Wie einer Diskussion auf der Gentoo-Liste zu entnehmen ist, wird auch diese Distribution vorerst auf XFree86 mit Lizenz 1.1 verzichten. Ein entsprechender ebuild für die neue Version steht immer noch nicht in dem ansonsten sehr schnell aktualisierten Gentoo-Repository. Prominente Vertretung bekommt die »Achse der Unwilligen« neben Alan Cox auch von Theo de Raadt, der ankündigte, XFree86 4.4 nicht mehr in der neuesten Version von OpenBSD zu nutzen. »Wenn die Lizenz bestehen bleibt, wird [XFree86] geforkt«, so Theo de Raadt auf der openbsd-misc-Liste. Ob allerdings ein Fork nötig sein wird, steht noch in den Sternen, denn Optionen bei einer Nicht-Änderung dürften auch freedesktop.org oder Xouvert sein.

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Kommentare (Insgesamt: 86 || Alle anzeigen || Kommentieren )
Re[3]: Anderer Ansatz (PferdOne, Mo, 23. Februar 2004)
Re[3]: bla (CE, So, 22. Februar 2004)
Re[2]: bla (Jan, So, 22. Februar 2004)
Re[2]: Anderer Ansatz (anonymous, Sa, 21. Februar 2004)
Re[5]: - (BuBuMacher, Sa, 21. Februar 2004)
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