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Fr, 20. Februar 2004, 14:01

Das »Y Window System«

Mark Thomas hat ein neues Projekt angekündigt, das »Y Window System«, das ein Ersatz für das bekannte X Window System werden soll.

Das altbewährte X Window System basiert auf dem X-Protokoll, dessen Grundlagen zunächst am MIT (Massachusetts Institute of Technology) entwickelt wurden und mittlerweile zwanzig Jahre überstanden haben. X oder X11 wurde bis 1996 vom X Consortium, das sich selbst als unabhängige, nicht profit-orientierte Organisation verstand, entwickelt. 1994 stellte das Konsortium die bis heute aktuelle Version des Systems, den Release X11R6, fertig. Ende Dezember 1996 übertrug das X Consortium alle Rechte des Projekts an die Open Software Foundation, die fortan die Entwicklung des Systems koordinierte.

Nach Meinung von Mark Thomas, Entwickler des »Y Window Systems«, ist X11 allerdings am Ende seiner Reise angelangt. Das System ist seiner Meinung nach zu inflexibel, langsam, verfügt über kein Standard-Toolkit und macht den Programmierern viel zu viel Arbeit. Er ist fest davon überzeugt, dass die Zeit gekommen ist, das altgediente X durch ein modernes System zu ersetzen. Ein gewagtes Unterfangen, das bereits Fresco versucht.

Die Grundlagen des neuen Systems erarbeitete Mark Thomas während seines Studiums an dem Department of Computing, Imperial College, London. Das neue System soll alle nützlichen Funktionen von X enthalten, jedoch neue fortschrittliche Ansätze kreieren. Eine der wichtigsten Funktionen von Y soll die bereits in X verfügbare Netzwerktransparenz sein. Programme sollen sich auch über schmalbandige Netze genauso schnell ausführen lassen wie Applikationen im lokalen Netz und dem Server mehr »Verantwortung« übertragen. Ferner soll das neue System vollständig modular aufgebaut sein und das dynamische Laden von Modulen ohne einen Restart des Servers ermöglichen. Y spezifiziert zudem einen Satz von Widget-Klassen. Unterstützung von Alpha-Kanälen, Transparenz, Internationalisierung, automatische Konfiguration, Widget Buffering, Hardware-Rendering sowie eine Vielzahl weiterer Funktionen sind nur ein Ausschnitt dessen, was Thomas auf fast 80 Seiten seiner Spezifikation erklärt.

Wie es neue Entwicklungen an sich haben, befindet sich das Projekt in einer sehr frühen Phase und bringt dementsprechend wenige Funktionen mit sich. Lediglich acht Widgets sind nach Aussagen des Entwicklers implementiert worden. Bis das System also die produktive Phase erreicht hat, kann immer noch viel Zeit ins Land gehen. Wer sich an der Entwicklung beteiligen möchte, findet auf dem Server des Programmierers eine erste Version des Systems.

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