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Mi, 25. Februar 2004, 17:32

Gesellschaft::Politik/Recht

Microsoft will »Pager« patentieren

Das allseits beliebte und geschätzte Unix-Tool, der Pager, soll eine Erfindung von Microsoft sein.

Wie einem Bericht des Nachrichtentickers Slashdot entnommen werden kann, stellte Microsoft einen Pantentantrag auf eine »Methode für Benutzer, um multiple, virtuelle Desktops in einer grafischen Umgebung anzuzeigen« vor. Nach Angaben des Unternehmens sind alle Desktop-Bilder proportional zu dem eigentlichen Desktop verkleinert. Applikationen, die auf einem Desktop ausgeführt werden, werden als Schatten dargestellt - eine Methode, die durchaus bekannt ist. Die »Erfindung« stellt nichts anderes als die Pager-Funktionalität dar, die (fast) jeder Window-Manager unter Linux mit sich bringt. Die Wurzeln des Pagers reichen bis in die Anfänge der grafischen Umgebungen und es ist fraglich, ob Microsoft seine »Erfindung« wirklich geltend machen kann.

Eigentlich müsste es Microsoft besser wissen, welche Folgen Trivialpatente entfalten können. Das mit der Nummer 58 38906 versehene Patent aus dem Jahre 1994, das im Voralter des Internet-Hypes angemeldet wurde, sorgte für heftige Kontroversen. Die hinter der Patentschrift stehende Idee beschreibt ein System, das Nutzern eines Browsers erlaubt, ein anderes Objekt im Browser zu starten und mit Hilfe dessen interaktiv zu kommunizieren. Nach Angaben von Eolas (Embedded Objects Linked Across Systems) verstieß kein geringer als Microsoft mit ActiveX gegen dieses Patent. Diese Auffassung teilten nun auch die Gerichte und verdonnerten den Branchengiganten zu einer saftigen Strafe.

Reine Software-Patente sind in der EU immer noch illegal, auch wenn es weiterhin Bestrebungen gibt, diesen Zustand zu ändern. Die Folge wäre eine Flut von Trivialpatenten, von der auch Microsoft profitieren könnte. So wollte das Unternehmen in der Vergangenheit mittels Lizenzen auf eine Nutzung technischer Standards deren Implementierung in GPL-Software verhindern.

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