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Di, 30. März 2004, 20:58

Software::Desktop

Novell zielt auf Mitarbeit mit freedesktop.org

Wie [a 0.6630]unlängst bekannt wurde[/a], plant Novell, in Zukunft mit nur einem Desktop zu fahren.

Offen blieb aber, ob dieser auf Basis von Gnome/GTK oder auf Basis von KDE/Qt entwickelt werden sollte.

Laut dem Newsticker heise.de war kurz nach dieser Nachricht auf der Brainshare durchgesickert, dass Qt als Grundlage dienen solle. Dem wurde aber sehr schnell von Novells Seite widersprochen.

Miguel de Icaza, ein Mitbegründer der Firma Ximian (damals Helix Code) und Mitarbeiter bei Novell, widersprach heise.de nun auch in seinem Weblog: Novell habe sich nicht festgelegt, verschiedene Teams bei Novell würden weiterhin GTK-Software entwickeln.

Nat Friedman, der CEO und Mitbegründer von Ximian, meldete sich ebenfalls auf Slashdot zu dem Thema zu Wort und stellte klar, dass es keine Entscheidung zu Qt gegeben hat. Novell unterstütze GNOME und KDE, Qt und Gtk. Da die Software-Entwicklung hauptsächlich durch die Community erfolge, könne Novell der Community gar keinen Desktop aufzwingen. Man sehe die Vielfalt aber auch nicht als Problem an, solange es Standards gebe, nach denen die Programme miteinander arbeiten könnten.

Nat Friedman geht davon aus, dass die Frage, welches Toolkit und welcher Desktop verwendet werde, eines der weniger interessanten Dinge bei Linux-Desktops seien: die Kernpunkte seien vielmehr Informationsmangement und Zusammenarbeit, das Steigern der Zusammenarbeit mit Windowsnutzern und -diensten, die Bedienbarkeit und Stabilität der Programme zu verbessern, mehr Entwickler und Nutzer einzubinden und auch die Migration von Windows her zu vereinfachen.

Bei diesen Zielen sieht Friedman die Organisation freedesktop.org als zentrale Institution, die dabei helfen soll, in den nächsten Jahren in diesen Bereichen große Fortschritte zu erzielen. Dafür strebt Novell eine enge Zusammenarbeit mit freedesktop.org an, um die wichtigsten Schnittstellen und Funktionen zu vereinfachen, den Nutzer besser zu integrieren und auf diesem Wege einen einheitlichen Open-Source-Desktop zur Verfügung zu stellen.

Dies bedeutet vor allen Dingen, dass weder die GTK- noch die Qt-Gemeinde damit rechnen muss, dass einer der großen Unterstützer (Ximian bzw. SuSE) wegfällt.

Interessant aber ist auch die Überlegung, inwieweit Novell Yast in dieses Konzept mit einbringen wird: da dieses nun offiziell Open Source ist, wäre es möglich, dass es in Zukunft die Schnittstelle für Novell wird, bei der alle Steuerung des Systems, auch des Desktops, zusammenläuft. Wenn dies dann in Zusammenarbeit mit freedesktop geschehen würde, wäre Yast in Zukunft für alle Distributionen denkbar.

Desweiteren wirft der enge Bezug von Friedman auf freedesktop die Frage auf, ob Novell/SuSE ebenfalls dem X-Server XFree86 den Rücken kehren wird, um sich zugunsten von X.org zu entscheiden, der unter dem Dach von freedesktop.org entwickelt wird.

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