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Sa, 3. April 2004, 21:57

Software::Desktop::Gnome

Usability-Zustand und -Zukunft von GNOME

Als eine Folge von Eric S.

Raymonds Essay über die Benutzbarkeit von Benutzeroberflächen unter Linux erschien nun ein Artikel, der die aktuellen Zustände von GNOME und dessen Zukunft hinsichtlich der Usability untersucht. Dazu werden verschiedene GNOME-Programme aus vielerlei Genres untersucht und mit den Pendanten aus der Windows- und Macwelt verglichen, um zu zeigen, dass es auch graphische Oberflächen gibt, die in GNOME besser angelegt sind als unter anderen Umgebungen. "Besser" bedeutet im Falle von GNOME vor allem simpler.

Den Anfang des Artikels machte der neue Dateiauswahldialog von GNOME 2.6, er soll ein Beispiel für die einfach gehaltenen Dialoge der Desktopumgebung sein. Gegenüber diesem steht der Auswahldialog von Windows XP, der dem Benutzer deutlich mehr Auswahlmöglichkeiten bietet, die beim Dateiselektor unter GNOME zusätzlich angeschalten werden können. Ebenfalls einfacher seien die Konfigurationsdialoge von GNOME-Programmen. Diese seien nicht nur übersichtlicher als die von Windows, sondern auch als die von KDE oder manchmal MacOS X, wie es ein Verglich zwischen der Epiphany-Webbrowser-Konfiguration und der Internet Explorer-Konfiguration beweisen soll. Dank neuer Technologien wie Mono sei es möglich, sich mehr auf das Design graphischer Oberflächen zu konzentrieren, statt beispielsweise um die Speicherverwaltung.

Da Multimedia- und Internetanwendungen die meistbenutzten Programme vieler Anwender darstellen, dreht sich der Artikel vor allem um diese. Die Multimediaentwicklung ist vor allem durch GStreamer in der letzten Zeit stark vorangeschritten. Es handelt sich dabei um ein Framework zum Schreiben von multimedialen Anwendungen. Eine Vielzahl von Formaten wird dabei durch GStreamer abgedeckt, wodurch ein einziges Programm zum Abspielen der Daten genügt. Unter Windows sei es hingegen nötig, den Windows Media Player, den Real Player und den QuickTime Player zu installieren, um die gängigen Formate wiederzugeben. Dies führe wiederum zur Überfüllung von Menüs, die bei GNOME entsprechend simpler sind. Als Beispielanwendungen werden hier der Totem Movie Player und der Muine Music Player - der im Design sogar Apple iTunes in den Schatten stelle - herangezogen. Beide seien nicht nur zur Wiedergabe vielerlei Formate befähigt, sondern stellen vor allem die wichtigsten Funktionen in den Vordergrund, wohingegen beim Windows Media Player die Oberfläche sogar durch Werbung verunreinigt wird. Fehlende Multimediaanwendungen sieht der Autor beim Brennen von CDs und bei der Videobearbeitung. An dieser Stelle weist er auf seine eigene Brennsoftware hin, die nicht so "verkrüppelt" wie Nero oder K3B sei, sich jedoch noch in einem frühen Stadium befindet.

In der Zukunft von GNOME werden noch weitere Entwicklungen die Arbeit erleichtern. So werde die Applikation "Dashboard" verschiedene Informationen zur aktuellen Tätigkeit einblenden, um bestehende Daten oder andere Informationen zur Hand zu haben, wenn sie benötigt werden. "Medusa" und "Storage" sollen später Metadaten sammeln, die ein schnelles Durchsuchen ermöglichen. Dazu gehört ein Programm zur Analyse der menschlichen Sprache, um bestimmte Aufgaben zu erledigen. So könne auf eine Anfrage wie "Öffne das Dokument, an dem ich gestern vorm Quakespielen gearbeitet habe!" entsprechend bearbeitet und die Aufgabe ausgeführt werden. Das "Utopia" Projekt soll die Hardwarekonfiguration in Zukunft erleichtern, indem beim Einstecken einer Digitalkamera beispielsweise automatisch gefragt wird, ob die Bilder aus dieser geladen werden sollen. Zukünftig könnte GNOME außerdem auf einer vektorbasierten Oberfläche aufbauen, wodurch die Bildschirmauflösung nicht länger maßgebend für das Aussehen von Programmen ist.

Neben der fehlenden Brenn- und Videobarbeitungssoftware fehlen GNOME allerdings auch Applikationen zur Systemkonfiguration und Softwareinstallation. Auch Officelösungen seien ein Problem, da OpenOffice sich nur schwer in die Desktopumgebung integrieren lässt, da es weder die GNOME-Dialoge noch die Human Interface Guides verwendet. Abiword und Gnumeric seien eine Alternative, seien jedoch untereinander zu unterschiedlich um als gemeinsame Officelösung zu dienen. Außerdem fehlt diesen ein Präsentationstool.

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